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Die beiden letzten
Absätze stehen im Zeichen des Konjunktivs, denn was
beschrieben wurde, ist eine Möglichkeit, die das
vorliegende Werk nicht wirklich erfüllt. Zu vieles
stellt in Zweifel, dass die 5 Autorinnen die Intention
hatten, die ihnen soeben nachgesagt wurde.
- Indiz
Nummer 1: Die Wahrnehmung der Texte als Texte im Sinne
der Vermeidung von Wiederholung ist so gar nicht
möglich. Das Erinnern kommt zwangsläufig immer
zu spät, denn die Texte können erst entziffert
werden, wenn sie in die Mitte geschoben wurden. Die Icons
in der Leiste geben ihre Texte nicht preis, ausgenommen
die bis auf den Buchstaben hinunter
vergrößerten Karten. Die meisten Textkarten
klickt man faktisch blind an. Wenn aber die Wahrnehmung
des Textes als Text keine Spielerleichterung
bringt, kann sie auch kein provozierter Nebeneffekt des
Spiels sein. Dies wäre nur der Fall gewesen, wenn
auf Mouseover eine lesbare Vergrößerung des
anvisierten Textes erschienen wäre, die dem Spieler
aufgrund der bereits gelegten Karten und d.h. aufgrund
der bereits gelesenen Texte die Entscheidung zum
Mouseclick erleichtert hätte.
- Indiz Nummer 2: Die
Farbleiste ermöglicht an der Wahrnehmung der Texte
vorbei Schlussfolgerungen darüber, welche Karten
schon gelegt wurden. Da ganz links im jeweiligen Farbfeld
immer die am meisten vergrößerte angezeigt
wird und ganz rechts immer die kleineste mit dem meisten
Text, kann man mit einem Gespür für die
vorhandenen Vergrößerungsstufen leicht
einschätzen, ob die Karte, auf die man klicken will,
schon gelegt wurde. Auf den Text selbst muss man sich
insofern nicht einlassen.
- Indiz Nummer 3: Wer
ab Karte 14 dem Link von der Mittelfeldkarte zum
Muttertext folgt, wird erstens nicht unbedingt den
Kontext des eben Gelesenen vorfinden und zweitens
für seine Text-Neugier bestraft, denn das Spiel
schaltet sich dabei wieder auf den Nullzustand. Die Folge
der Neugier auf den Text kommt dem Raus im
Würfelspiel gleich, man muss von vorne anfangen.
Hier trennen sich die Interessen des Spielers von denen
des Lesers, statt dass, wie es hätte sein sollen,
das Spiel allmählich den Leser erzeugt. Dieser
Tatbestand hätte leicht durch die Öffnung eines
neuen Fensters vermieden werden können, das den
Ablauf des Java Applets nicht berührt und so den
aktuellen Spielstand bewahrt.
Angesichts dieser schweren
Gegenbeweise ist am oben unterstellten Trick der Autorinnen
eher zu zweifeln. Aber was wäre dann die Intention des
Ganzen? Sollte es ihnen doch nur um das Spiel mit dem Text
gegangen sein?! Was aber würde dies
bedeuten?
Nun, genau das, was es in
der ersten Version nur auf den ersten Blick war: Der
Missbrauch des Textes für ein Spiel. Ein Sakrileg
vergleichbar der Verwendung von Beethovens Neunter in
der Cocawerbung oder von Dürers Selbstprotrait im
Friseursalon. Schlimmer noch, denn in jenen Fällen wird
ja immerhin die Aussage der Musik bzw. des Bildes benutzt,
nur eben für unlautere Ziele. Das Alle Menschen
werden Brüder bleibt erhalten, auch wenn es sich
der zweifelhaften Idee verbindet, dies durch den Verzehr von
Limonade bewirken zu können. Für die Verwendung
des Textes als Karte im Dominospiel jedoch wird die Aussage
des Textes gänzlich hinfällig, der Text wird hier
nicht missbraucht, sondern als solcher überwunden.
Warum dann diese Inszenierung? Warum soll man hier
mitmachen? Ist es der Kitzel, einem Verbrechen am Text
beizuwohnen?
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