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"Her
body is warm, beauty-marked, her hair thin across that
lazy olive eye. I swallow hard and I am sorry, I would
say something spell-breaking but I can't feel what
running boys feel, only this wave of
girls."
Ein braver
Preisträger
Die
Preisträger des Electric Literature Organisation Awards
stehen fest: In der Kategorie Poetry ist es John Cayleys
Windsound,
ein 20 minütiges "'text movie' animated by transliteral
morphs ("textual morphing based on letter replacements")
through a sequence of nodal texts". In der Kategorie Fiction
ist es Caitlin Fishers "These Waves of Girls", eine
multimediale Hyperfiction, die sich durchsetzen konnte gegen
solch starke Konkurrenz wie Shelley Jacksons vielgelobte
Hyperfiction "Patchwork Girl" (1995 bei Eastgate Systems)
oder Talan Memmotts metareflexives Flash-Text-Spiel
Lexia
to Perplexia.
Wie es in der Verlautbarung
der ELO heisst, handelt es sich bei "These Waves of Girls"
um "a hypermedia novella exploring memory, girlhoods,
cruelty, childhood play and sexuality. The piece is composed
as a series of small stories, artifacts, interconnections
and meditations from the point of view of a four year old, a
ten-year old, a twenty year old..."
Damit wurde ganz klar
für ein narratives Projekt optiert, das 1. kein neues,
polysemantisches Sprachsystem "evolved from multifarious
email exchanges, computer code flavoured language and net
iconographs" benutzt - wie das Werk von Mary
Anne Breeze (Mez):
"_the data] [h!] [bleeding texts_" -, 2. das
Erzählen nicht durch eine Performance der Buchstaben
ersetzt - wie Paul Chans ebenfalls eingesandtes
Alternumerics
- und 3. es auch nicht an ein Programm und die eigene
Navigationsgeschichte im Web delegiert - wie im Falle von
Noah Wardrip-Fruits Impermanence
Agent, dem sechsten
im Bund der Finalisten. Es wurde für ein Projekt
optiert, das vielmehr in beinahe klassischer
Hyperfiction-Manier - und insofern im vorliegenden Kontext
schon fast konservativ - Personen vorstellt und in
multilinearer Weise deren Geschichten gruppiert.
Ich sage beinahe, weil
"These Waves of Girls" doch sehr viel anders ist als die
bekannten Eastgate-Hyperfiction und sehr viel anders auch
als die beiden Preisträger des 1999er New York
University Press Prize
for Hyperfiction.
Caitlin Fishers Werk enthält neben einer Menge Links
auch eine Menge Image- und Audio-Dateien. Gleichwohl handelt
es sich nicht um abgefilmte Texte, die Coover in seinem
Abgesang
auf die klassische Hyperfiction diese schon als
oberflächliches Spektakel beerben sah, sondern um eine
ganz ordentlich erzählte Geschichte, ohne allzu grosse
Ambitionen, was die Gegebenheiten des Mediums betrifft, und
auf jeden Fall ohne Überforderung des Publikums. Wenn
"These Waves of Girls" ein Beispiel der zweiten
Hyperfiction-Generation ist, dann ist diese jedenfalls recht
brav. Vielleicht mit Bedacht. Aber dazu später. Schauen
wir uns zunächst genauer an, was da die 10 000 Dollar
verdient hat. Wir werden uns dazu ein bisschen Zeit für
den Text nehmen, Navigation und Linksemantik untersuchen
sowie das Verhältnis von Text und Bild bzw. Sound;
bevor wir auf die Frage kommen, welche Politik hinter der
Entscheidung der Jury steht.
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