www.dichtung-digital.de/2001/06/20-Simanowski

Kommentar

Zu "Waves of the Girls". Ich habe mich da auch einmal hineinvertieft. Grundsätzlich bin ich deiner Meinung, dass da nicht viel Neues daherkommt. Nach den ersten paar Clicks vergeht mir die Lust schnell, weitereinzutauchen. Der Einstieg mit den "giggling girls" ist attraktiv, dann aber fühle ich mich ziemlich alleine gelassen in diesem digitalen Barock. Die Autorin scheint von einem gewissen "Horror vacui" getrieben zu sein. Lässt mir keine Chance. Es sind zu viele Sinneseindrücke.

Ich bevorzuge eine sparsame Textverteilung (-anordnung), damit das Scrollen nicht zur Hauptaktion des Lesens wird. Die Linkstruktur (Navigation) blieb auch mir uneinsichtig. (Ist Karnevalisierung der Links der richtige Ausdruck? Karnevalisierung (im Sinne Bachtins auf jeden Fall) bedeutet ein auf-den-Kopf-stellen der-Welt und eine temporäre Absage an den orthodoxen Alltag).

Ob der Juror wirklich im Sinne des Publikums entschieden hat, möchte ich bezweifeln (ausser vielleicht vom attraktiven Thema her), denn unstrukturierter Hypertext ist eine Zumutung, und weckt nicht gerade vertieftes und langanhaltendes Interesse am Medium. Das Werk löst eventuell einen oberflächlichen Kitzel aus und lässt einen dann ganz schnell bei den Bildern und wav-Dateien verweilen (mir ging es so).

Das Angebot, einzelne Texte von der Autorin gelesen zu bekommen nahm ich dankbar an. Auch das Bild mit der Brustwarze, die sich mit dem mouse-over bewegt und so massiert werden kann, bleibt mir im Gedächtnis.:

Adi Blum, Juni 2001