Zu "Waves of
the Girls". Ich habe mich da auch einmal hineinvertieft.
Grundsätzlich bin ich deiner Meinung, dass da nicht
viel Neues daherkommt. Nach den ersten paar Clicks vergeht
mir die Lust schnell, weitereinzutauchen. Der Einstieg mit
den "giggling girls" ist attraktiv, dann aber fühle ich
mich ziemlich alleine gelassen in diesem digitalen Barock.
Die Autorin scheint von einem gewissen "Horror vacui"
getrieben zu sein. Lässt mir keine Chance. Es sind zu
viele Sinneseindrücke. Ich
bevorzuge eine sparsame Textverteilung (-anordnung), damit
das Scrollen nicht zur Hauptaktion des Lesens wird. Die
Linkstruktur (Navigation) blieb auch mir uneinsichtig. (Ist
Karnevalisierung der Links der richtige Ausdruck?
Karnevalisierung (im Sinne Bachtins auf jeden Fall) bedeutet
ein auf-den-Kopf-stellen der-Welt und eine temporäre
Absage an den orthodoxen Alltag). Ob der Juror
wirklich im Sinne des Publikums entschieden hat, möchte
ich bezweifeln (ausser vielleicht vom attraktiven Thema
her), denn unstrukturierter Hypertext ist eine Zumutung, und
weckt nicht gerade vertieftes und langanhaltendes Interesse
am Medium. Das Werk löst eventuell einen
oberflächlichen Kitzel aus und lässt einen dann
ganz schnell bei den Bildern und wav-Dateien verweilen (mir
ging es so). Das Angebot,
einzelne Texte von der Autorin gelesen zu bekommen nahm ich
dankbar an. Auch das Bild mit der Brustwarze, die sich mit
dem mouse-over bewegt und so massiert werden kann, bleibt
mir im Gedächtnis.: Adi
Blum,
Juni 2001
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