www.dichtung-digital.com/2002/03-01-Mathez.htm


Interaktive Kinder- und Jugendmedien
  Judith Mathez
1 - 2 - 3





1. Interaktive Kinder- und Jugendmedien


Digitale Medienangebote wie Computerspiele oder Internet sind für Kinder und Jugendliche schon seit geraumer Zeit verfügbar. Durch sie wird nicht nur das «Text»angebot vielfältiger, vielmehr ergeben sich durch die Kombination von interaktivem Spiel, Text, Bild und Ton völlig neue intermediale Durchmischungsverhältnisse. Die wissenschaftliche Aufarbeitung der damit verbundenen Phänomene steckt noch in den Anfängen. Zentrale Probleme sind die disziplinäre Abgrenzung und die methodologische Eingrenzung des Forschungsgegenstands. Dadurch entsteht ein dringender Forschungsbedarf im Bereich der theoretischen Grundlagenarbeit.

Seit Anfang 2001 besteht am Schweizerischen Institut für Kinder- und Jugendmedien (vormals: Schweizerisches Jugendbuch-Institut) in Zürich der Forschungsschwerpunkt «interaktive Kinder- und Jugendmedien». In enger Zusammenarbeit mit dem
Deutschen Seminar der Universität Zürich werden dabei interaktive narrative Medien untersucht. Forschungsgegenstand sind Texte im weitesten Sinne, welche hauptsächlich auf den Trägermedien CD-ROM und auf Cartridges sowie im Internet angeboten werden, einen (fiktionalen) narrativen Gehalt aufweisen und die Nutzerinnen und Nutzer interaktiv miteinbeziehen. Ausgeschlossen werden Lern- und Sachmedien, also vorwiegend pädagogisch motivierte oder rein informationsbezogene Medien, sowie sonstige nicht interaktive visuelle und auditive Medien wie Fernsehen, Audio-CDs etc.

Das Schwergewicht liegt also auf digitalen Medien, welche an Kinder und Jugendliche gerichtet sind. Allerdings stellt sich dabei das Problem der Altersabgrenzung, vor allem nach oben. Die Klärung der Frage, ob von digitalen Jugendmedien ausgegangen werden kann, gehört zu den Aufgaben des Forschungsschwerpunkts.


1 > 2 - 3