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Interaktive Kinder- und Jugendmedien
  Judith Mathez
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3. Forschungsprojekte


Forschungsschwerpunkte von Mela Kocher sind narrative und ästhetische Strukturen von digitalen Spielen. Ausgehend von literaturtheoretischen Konzepten wie Wolfgang Isers Rezeptionsästhetik geht es darum, die Grundlagenforschung – welche im deutschsprachigen Raum noch in den Anfängen steckt – voranzutreiben, d.h. zu untersuchen, wie die Spiele strukturiert sind, welche (Interpretations- und Identifikations-) Angebote sie für die Rezipientin bereithalten, wie die klassischen Rollen von Autor und Leser besetzt werden etc. – Felder, welche für den Bereich der Hyperfiction bereits erarbeitet worden sind (vgl. dazu den Beitrag «Spielwelten»). Nebst einem literaturtheoretischen Ansatz sollen jedoch auch andere Konzepte bzw. andere wissenschaftliche Ansätze, z.B. aus der Filmtheorie, auf ihre Anwendbarkeit hin geprüft werden. Untersuchungsgegenstand sind vorwiegend narrative Genres wie Adventure-Games und Rollenspiele für alle Altersgruppen; es interessiert in diesem Zusammenhang die Position, die diese Spiele im Medienverbund- bzw. Literatursystem von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen einnehmen.

Hauptsächlicher Untersuchungsgegenstand von Judith Mathez innerhalb des Bereichs digitaler Kinder- und Jugendmedien sind Hyperfiction sowie Internetangebote für Kinder. Sie beschäftigt sich mit literarischen Texten, die von mehreren Personen geschaffen werden, sogenannt konkreativer Literatur. Diese hat im kinder- und jugendliterarischen Bereich eine Tradition im gemeinsamen mündlichen Geschichtenerzählen, aber auch in printliterarischen Medien, beispielsweise in Mitmachbüchern. Neben der Bereitstellung eines Analysekonzepts zur Untersuchung dieser literarischen Phänomene arbeitet sie den literaturtheoretischen Hintergrund zu Autor- und Leserschaft auf und schafft einen Überblick über konkreative Literatur in unterschiedlichen Medien und Sprachgemeinschaften, der auch die historische Perspektive mit einschliesst (vgl. dazu den Beitrag
«Hier bitte selber weiterschreiben!»).

Neben diesen internen Dissertationsprojekten wird auch die Zusammenarbeit mit anderen Forschenden gefördert. Im November 2001 führte das Schweizerische Institut für Kinder- und Jugendmedien an der Universität Zürich einen explorativen Workshop durch. Unter dem Thema «Raum und Zeit in interaktiven Kinder- und Jugendmedien» wurden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland und aus der Schweiz zur interdisziplinären Diskussion eingeladen.
Anja Rau und Karin Wenz haben über diesen Workshop in «dichtung digital» berichtet.

Gegenwärtig arbeitet das Schweizerische Institut für Kinder- und Jugendmedien mit der
Pädagogischen Hochschule Zürich und dem Pestalozzianum Zürich an einem gemeinsamen Forschungsprojekt zu interaktiven Kinder- und Jugendmedien. Unter dem Titel «Typologie und Funktionalität von multimedialen und interaktiven Kinder- und Jugendmedien mit fiktionalen Inhalten: Nutzungsmöglichkeiten in der Schule und zuhause» wird theoretische und empirische Grundlagenarbeit geleistet. Der hauptsächliche Untersuchungsgegenstand sind Adaptionen von Kinder- und Jugendbüchern für CD-ROM. Das Pestalozzianum steuert eine explorative empirische Studie bei, welche die Motivation von Kindern und Jugendlichen, welche diese CD-ROMs spielen, erhellen soll.

Eckdaten des Forschungsschwerpunkts «Interaktive Kinder- und Jugendmedien»

Projektleitung: Dr. Verena Rutschmann
Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen: lic. phil. Judith Mathez und lic. phil. Mela Kocher
Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. Michael Böhler
Projektdauer: 1.1.2001 - 31.12.2003

Weitere Infos finden sich auf der
Projekt-Homepage.

 


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