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Die Sprache der neuen Medien lesen und schreiben?
  Heiko Idensen
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Fußnoten

[1] Tilman Baumgärtel: Ein Steinbruch für gute Ideen, telepolis, 04.02.2002 <http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/buch/11701/1.html> (18.03.02)

[2] <http://www.manovich.net> (18.03.02) Ergänzende Hinweise habe ich zusammengestellt unter <http://www.hyperdis.de/manovich> (18.03.02): Links zu (teils auch deutschsprachigen) Teilveröffentlichungen sowie zu einer Fülle von Interviews und Rezensionen, eine Hotlist von Projekten, die im Buch analysiert werden, eine Auswahl von Zitaten – und eben auch der (versteckte und auf Manovichs Homepage nicht weiter refezenzierte) Link zur pdf-Datei des Gesamttextes, die allerdings nicht seitenidentisch mit der Buchausgabe ist …

[3] «Information behavior» ist der Begriff, mit dem Manovich in seiner Arbeit «Postmedia aestetics», die der «Language of New Media» folgt, das hybride Verhalten von Nutzern in Informations-Netzwerken beschreibt. <http://www.manovich.net/DOCS/Post_media_aesthetics1.doc> (18.03.02) Die Verfechter von Freier Software und Open-Content-Linzenzen werden sich sicherlich wundern, daß Manovich die Texte auf seiner Homepage ausgerechnet im proprietären Format von Microsoft-Word TM zum Download anbietet!

[4] Komplett zu finden unter: http://www.manovich.net/LNM/figures_prologue/prologue.html

[5] S. 114-115; deutsche Übersetzung in: Lev Manovich,: Eine Archäologie des Computerbildschirms, in: Kunstforum 132, Januar 1996, S.124-135, hier: S. 135.

[6] «In short, the avant-garde becomes software. This statement should be understood in two ways. On the one hand, software codifies and naturalizes the techniques of the old avant-garde. On the other hand, software's new techniques of working with media represent the new avant-garde of the meta-media society.» Lev Manovich: Avantgarde as software: <http://www.manovich.net/docs/avantgarde_as_software.doc> (18.03.02)

[7] Vgl. Anmerkung 6. Deutsche Übersetzung in: Lev Manovich: Avantgarde als Software, in: Stephen Kovats (Hg.): Ost-West Internet. Media Revolution, Frankfurt/New York, 1999, S. 32-47, hier: S. 35)

[8] Lev Manovich: Avantgarde als Software, in: Stephen Kovats (Hg.): Ost-West Internet. Media Revolution, Frankfurt/New York, 1999, S. 32-47, hier: S. 38

[9] Vgl. «Database as symbolic form», 1998: http://www.manovich.net/docs/database.rtf

[10] Lev Manovich: On Totalitarian Interactivity, 1996 (ursprünglich ein posting in der Rhizome-Mailing-List): <http://www.manovich.net/text/totalitarian.html> (18.03.02), deutsche Übersetzung in telepolis: Über die totalitäre Interaktivität (Lev Manovich, 25.10.1996) Beobachtungen vom Feindes des Volkes <http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/2063/1.html> (18.03.02)

[11] Vgl. das Konzept der Interpassivität. So ist auch der schillernde Begriff der Interaktion kulturgeschichtlich im Spannungsfeld technologischer Mensch-Maschine Interface-Entwicklungen und sozialer Kulturpraktiken, die auch zwischenmenschliche Handlungs- und Verhaltensmuster einschließen, zu entzaubern: Interaktion ist eben nicht zu reduzieren auf die vordergründige Useraktivität des Mausklickens, den technologischen Akt des Auslösens unterschiedlichster Programmparameter innerhalb eines kybernetischen Regelkreislaufes, sondern muß als eine hybride kulturelle Praxis – innerhalb komplexer gesellschaftlicher und technologischer Netzwerke – neu bestimmt werden. Als Vorläufer solcher ,kultureller Interaktionsweisen', die sich in den 60er Jahren herausbilden, während gleichzeitg technologisch Direktmanipulationen von Daten durch Benutzereingaben auf Computer-Oberflächen entwickelt werden, können gelten: partizipative künstlerische Environments, Closed-Circuit Video-Installationen, kinetische Objekte als auch Fluxus-Aktionen, Performances und Happenings sowie Straßentheater-Experimente. Die Einbeziehung der Rezipienten reicht dabei von schlichten reaktiven Feedback-Schleifen bis hin zur unmittelbaren Einflußnahme und Beteiligung in die künstlerischen Prozesse. Genau diese Öffnung ist es, die entscheidende Kontaktflächen zwischen internen Zeichencodes (von Kunstwerken, Texten, Benutzeroberflächen) und den daran anschließenden externen Reaktionsweisen eröffnet. Interaktionsprozesse ermöglichen ein weites Feld partizipativer und dialogischer mimetischer Strategien zwischen Künstler und Rezipient bzw. zwischen Programm und Anwender: Vgl. auch: Dinkla, Söke, Pioniere Interaktiver Kunst, Ostfildern, 1997, die sich in ihrer materialreichen Studie sehr an die Strukturen von Festivals und Preisverleihungen zur Computerkunst orientiert, und Hünnekens, Anette, Der bewegte Betrachter: Theorien interaktiver Medienkunst, Köln, 1997, die eine breite Palette künstlerischer Beteiligungskonzepte entfaltet. In Idensen, Heiko, «logIn! connect! interact! Von der Medienkunst zur Netzkunst», in: kritische berichte 1/1998, Frankfurt am Main 1998, S. 73-84 versuche ich einen Anschluß herzustellen zwischen frühen telematischen Partizipationsprojekten und aktueller Netzkunst. Abgründige Bedingungen der Teilnahme an virtuellen Gemeinschaften in Bezug auf die ,symbolischen Identität' von Usern im Cyberspace zeigt Slavoj Zizek auf: «Aktuelle Theorien zur Ideologie und Kunst stellen das befremdliche Phänomen der Interpassivität in den Mittelpunkt: Interaktivität ist das genaue Gegenteil dieses Phänomens [...]. Interaktivität wird dann zur Manipulation menschlicher Leidenschaften und meint das Handeln eines anderen, virtuellen Subjektes, das an meiner Stelle agiert.» (Zizek Slavoj: Cyberspace: Von der Möglichkeit, die Phantasmen zu durchqueren, in: Sigrid Schade; Christoph Tholen (Hg.): Konfigurationen zwischen Kunst und Medien, München 1999, S. 104-121, hier: S. 104) Zizek führt dann verschiedene Beispiele für Interpassivität an: Lachen aus der Konserve bei TV-Shows, das eigene (übertriebe) Lachen über einen geschmacklosen Witz, das Zusammenleben mit dem Tamagotchi, vom Künstler bezahlte Claqueure, die analytische Behandlung, ein Videorecorder, der für den User einen Film anschaut, Klageweiber, die für den Klagenden weinen oder trauern, die tibetanische Gebetsmühle ... und verspricht, aus solchen »unheimlichen Situationen, in denen ich aktiv bin, während ich auf den anderen die unerträgliche Passivität meines Seins übertrage, das künstlerische Potential der neuen digitalen Medien» abzuleiten. Vgl. auch: Slovoj Zizek: Die Substitution zwischen Interaktivität und Interpassivität, in: Pfaller, Robert (Hg.): Interpassivität. Studien über deligiertes Genießen, Wien/New York 2000, S. 13-32

[12] Freud-Lissitzky Navigator: FAQ: <http://visarts.ucsd.edu/~manovich/FLN/faq.html> (18.03.02)

[13] Paraphrasierende Zusammenfassungen nach den verschiedenen narrativen Levels von H.I.: <http://visarts.ucsd.edu/~manovich/FLN> (18.03.02)

[14] <http://visarts.ucsd.edu/~manovich/FLN/luke/intro-splash.html> (18.03.02) prgrammiert von Luke Matjas.

[15] Lev Manovich: Avantgarde als Software, in: Stephen Kovats (Hg.): Ost-West Internet. Media Revolution, Frankfurt/New York, 1999, S. 32-47, hier: S. 47

[16] Manovich. Lev: Navigable Space. Raumerfahrung als kulturelle Form, in: Beller, Hans, u.a.: Onscreen / Offscreen. Grenzen Übergänge und Wandel des filmischen Raumes, Stuttgart, 2000, S. 185-207, hier: S. 185-187. (Alle Seitenzahlen in Klammern in diesem Absatz beziehen sich auf diese Quelle und nicht wie im Rest des Artikels auf «Language of New Media»!)

[17] Vgl. Romantizismus, Adorno und Photoshop-Filter: von der Kreation zur Selektion. (Lev Manovich, 20.04.1996) Zur Ästhetik des Cyberspace <http://www.heise.de/tp/deutsch/special/sam/6002/5.html> (18.03.02)

[18] Lev Manovich: Denken jenseits von Information, telepolis, 06.10.1997: <http://www.telepolis.de/deutsch/inhalt/sa/3114/1.html>

[19] Man denke nur an die Auseinandersetzung zwischen den Hardware-Fetischisten kittlerscher Provenienz, den Software-Okkultultismus der Computer-Kunst-Avantgarde, beachte aber auch die aufkeimenden Querschläger wie Hartmut Winkler, die dann gleichwohl zwischen die Fronten der konkurrierenden Schulen geraten. Vgl. Der Computer – Medium oder Rechner? Geert Lovink und Hartmut Winkler, telepolis,15.06.1996: <http://www.telepolis.de/deutsch/inhalt/buch/2038/1.html> (18.03.02)

[20] … d.h. einer aktiven Navigation analog zu den Pionieren des 19. Jahrhunderts in ’Terra incognita’ mit den Optionen Eroberung, Zivilisierung und kolonialistische Unterwerfung / Zähmung des Wilden (Navigable Space, S. 198)

[21] Auch in der Rezeption zwischnet sich schon eine breite Palette ab: von den Interface-Gestaltern – etwa aus der Perspektive eines erfahrenen Praktikers, Enno Hyttrek, 08.01.2002: <http://www.multimedia.de/artikel/58_1.php> (18.03.02) bis hin zu Post-Modern Culture: Review by William Warner, 2002 <http://www.manovich.net/LNM/review_Warner.doc>. Deutsche Übersetzung in telepolis: William B. Warner: Zur Sprache der neuen Medien. Lev Manovich macht sich auf zur Überwindung des Medienparadigmas (vom 22.12.2001): <http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/buch/11378/1.html> (18.03.02)

[22] Vgl. die übersetzten Artikel in telepolis, hauptsächlich aus den Jahren 1996 und 1997.

[23] http://www.manovich.net/IA/ Vgl. auch Lev Manovich: Post-media Aesthetics: <http://www.manovich.net/texts_00.htm> (13.03.2002).