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www.dichtung-digital.org/2005/1/Berkenheger

ich sterbe gleich, schatz
Dramatisches Protokoll aus dem Überraum (2004)

von Susanne Berkenheger

Der Text von ich sterbe gleich, schatz entstand im Chat, neunzig Prozent sind Originaldialoge: digitale Flüsterfreundschaften und plappernder Herzschmerz, reinkopierte Tiraden und virtuelles Achselzucken. In dieses Feld schickte ich meine Figur, eine Provokateurin, die sich nur innerhalb selbst auferlegter Sprechregeln mitteilte, die mit Kommunikationsbrocken spielte als wäre sie ein Computerprogramm. Die Chatter versuchten, die Hermetische zu knacken: Sie bettelten, flirteten und flehten, meine Figur möge normal mit ihnen reden, sie stellten wilde Vermutungen an, wurden ungeduldig, schimpften und schrieben auf diese Weise mit - an einem Dialogstück, das nach seinem Bühnenauftritt als Audioinstallation ins Netz zurückfinden soll.


yüksel:

AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA AAA AAAAAAAA AAAAAAAA AAAAAAA AAAAAAAAA AAAAAAAA AAAAAAAAAA AAAAAAA AAAAAAAAA AAAAAAAAAA AAAAAAAAAA

ümit:

der verkraftet es nicht :)

yüksel:

AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA AAA AAAAAAAA AAAAAAAA AAAAAAA AAAAAAAAA AAAAAAAA AAAAAAAAAA AAAAAAA AAAAAAAAA AAAAAAAAAA AAAAAA

ümit:

guckt mal wie viel mühe der sich gibt :)

yüksel:

AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA AAA AAAAAAAA AAAAAAAA AAAAAAA AAAAAAAAA AAAAAAAA AAAAAAAAAA AAAAAAA AAAAAAAAA AAAAAAAAAA AAAAAA

ümit:

der macht gleich tastatur kaputt haha

yüksel:

wie soll ich GEGEN 15 LEUTE SCHREIBEN?
AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA AAA AAAAAAAA AAAAAAAA AAAAAAA AAAAAAAAA AAAAAAAA AAAAAAAAAA AAAAAAA AAAAAAAAA AAAAAAAAAA AAAAAA

ümit:

der kann nur flooden

yüksel:

ÜMIT DU ARSCHGEBURT ICH HAB ABITUR! DU HAST NICHT MAL EINEN SCHULABSCHLUSS UND GAMMELST AUF DEN STRAßEN DU HURENSOHN DU KANNST NACH ISTANBUL GEHEN UND SCHUHE PUTZEN DU HÄSSLICHER PARASIT HA HA MIT DEINEM AUSSEHEN WIRST DU NIE EINE FREUNDIN HABEN PÜHAH[1]


Dieser beschwingte Chat-Dialog gibt eine kleine Impression aus meinem Arbeitsalltag. Ich lurke, ich kopiere, ich komprimiere mitgeschnittene Chat-Logfiles, bis so etwas wie oben stehender Text herauskommt. Manchmal wundere ich mich, dass das alles original ist. Manchmal frage ich mich: Wie kommt’s, dass ich derartige Unterhaltungen auch noch weiterverbreite?


         
         

Früher sahen meine Arbeitstage anders aus. Ich tippte, ich verlinkte, ich suchte viele schöne Stunden in Scripten nach vergessen Semikola, ich riet zum Spaß Hexadezimalcodes von Bildschirmfarben und immer öfter lag ich richtig. Und jetzt? Döner, Biomüll und Hurensöhne?

Was war passiert?

Oder besser: Was passiert andauernd?

Leser versuchen hartnäckig meine Hypertexte auszudrucken - mit mäßigem Erfolg. Leser wollen von mir wissen, ob sie von einem bestimmten Text nun alles gesehen und gelesen haben, und falls nicht, wie sie das kontrollieren können. Leser fragen nach meinem bevorzugten Leseweg durch die Geschichte. Leser bitten um Strukturpläne, um Skizzen, um frühe Versionen, um sicher vorhandene Geheiminformationen, für deren Erhalt sie mir unendlich dankbar wären.

Um ehrlich zu sein, ich verdächtige sie. Das sind keine normalen Leser. Die sitzen nicht abends zum gemütlichen Schmökern am Bildschirm. Die haben anderes, weit weniger Naives vor: Sie feilen an eigenen Arbeiten.

Das führt mich zu drei leidigen Fragen:

1) Wie viele Netzliteraturleser kenne ich?

2) Wie viele von denen lesen, ohne selbst darüber zu schreiben?

3) Gibt es im Internet überhaupt so etwas wie normale Leser, also Leute, die weder Kontakt suchen noch selbst schreiben, sondern denen die Begegnung mit Netzliteratur ein Wert an sich ist?

Um nicht antworten zu müssen, tue ich, was ich in solchen Fällen immer tue, ich google: In diesem Fall: „Tod des Autors" - 3130 Einträge. „Tod des Lesers" - 14 Einträge. Lange denke ich über die Zahlen nach. Hängen die beiden Sterbefälle denn nicht unmittelbar zusammen? Zieht nicht das Verschwinden des traditionellen Autors zwingend das Verschwinden des traditionellen Lesers nach sich? Wie demütigend für den Leser, dass ihm im gesamten deutschsprachigen Internet nur 14 Leute nachweinen. Wenn überhaupt von seinem Verschwinden die Rede ist, dann in eher buddhistischer Manier unter dem Stichwort „Befreiung des Lesers". (Google: „Befreiung des Lesers" - 94 Einträge, „Befreiung des Autors" - 15 Einträge, „Liberation of the Reader" - 72 Einträge, „Liberation of the Author" - 11 Einträge.) Als habe der traditionelle Leser in seinem kuscheligen Ohrensessel ein derart bejammernswertes Dasein gefristet, dass er über sein Verschwinden nur froh sein kann.

Ich interpretiere die Zahlen so: Der gemeine Leser wird im Internet nicht gerade hoch geschätzt. Und ich sammle noch mehr Indizien: Selbst bei den raren Hypertext-Genusslesern, die ich kenne, scheint das Netz beständig ihr Mitteilungsbedürfnis anzustacheln und dieses Bedürfnis die eigentliche Lesezeit erheblich zu verkürzen. Und bei mir? Streife ich wie üblich durchs Netz ohne etwas kundzutun, fühle ich mich oft asozial. Müsste ich nicht wenigstens mal „Guten Tag" sagen, wenn ich auf eine nicht kommerzielle Seite komme? Ist einfach nur Gucken und Lesen im Internet unhöflich? So unhöflich etwa wie Lesen auf einer Party?

Wie komme ich jetzt auf Party?

Man sitzt doch vor dem Computer. Oder hängt man vor dem Computer eher rum? Gut, aber immerhin geht man doch im Unterschied zur Party meist mit einem konkreten Vorhaben ins Netz, um ... äh ... dann erst mal bei Leuten mit ähnlichen Vorhaben hängenzubleiben, Leuten, die einen mit skurrilen Domains und atemberaubenden Suchbegriffen ansprechen. Bei denen steht man bisschen rum. Nach und nach trifft ihre ganze verlinkte Freundessippe ein. Ein unterhaltsames Grüppchen hat sich gefunden. Das Vorhaben? Später. Jetzt ist erst mal ... na ja, irgendwie Party, wie immer im Netz. Noch mehr Gäste schlurfen mit Vorhaben und Plänen daher. Sicher wollen die alle wissen, was man davon hält. Zigtausende sind das, Millionen, Milliarden, Bill ... Schluck! Wie entspannend wäre es jetzt, auf ein paar stille Leser zu treffen. Die gar nichts von einem wollen. Die man einfach nur schnaufen und weiterklicken hörte. Wäre es nicht gemütlich, sich als Teil einer großen, schweigenden Gemeinde zu fühlen? Sollten deshalb nicht so viele wie möglich lernen, so auffällig wie möglich im Internet vor sich hin zu schweigen? Damit wir uns beim Einfach-nur-Gucken-und-Lesen nicht unhöflich fühlen.

Ich schlucke - einmal, zweimal, dann denke ich über Berufswechsel nach. Schließlich ist die Stärkung der Leserrolle ein Top-Level-Interesse für eine Autorin. Ich sollte mit gutem Beispiel vorangehen und zur Internet-Leserin umschulen.

Ich bin glücklich mit dieser Idee. Ohne weiteren Aufenthalt begebe ich mich ins Zentrum der Tippwütigen - in einen Chatchannel. Dort bleibe ich an folgenden Zeilen hängen:

hüpfer::

sind wir alleine hier? rolli

rT -rollitom:

nö. ich glaub die lauschen uns zu. und lachen sich über mich und dich kaputt ........... *gggggg ..................... verfressen *llllloooooooooooollllllllll

hüpfer::

ach was, lesen ist hier immer interessant, brauchste keinen roman lesen? lacht

rT -rollitom:

buch, papier, was ist das? ich les nur DD an bestimmten orten *gfff

Ich fühle mich auf der richtigen Spur und nicke der schweigende Lesergemeinde innerlich zu. Wie ich weiterlese und staune und lese und mich langweile, überlege ich, ob hier eine Leserin nicht so etwas wie eine Zuhörerin ist, und ob nicht eine Autorinnen-Leserin eine besonders gute und professionelle Leserin sein sollte und also eine ebensolche Zuhörerin, und ob nicht die besonders guten Zuhörer, die ich kenne, gar nicht ausschließlich nur zuhören. Im Gegenteil. Ist es nicht so, dass gerade die besten der besonders guten Zuhörer durch gezielte Provokationen und merkwürdiges Verhalten den Rednern erst auf die richtig waghalsigen Sprünge helfen?

Ja. Also: Ich muss provozieren, viel mehr provozieren.

Wenig später bin ich als stummedienerin im Chat.

cloud ex_undea:

he du da
du da du
he sag was
nee nee
sag doch was dein profil is auch schrott

stummedienerin:

stummedienerin verbeugt sich

cloud ex_undea:

oh
wie alt
he du

stummedienerin:

stummedienerin mustert cloud
stummedienerin runzelt stirn

cloud ex_undea:

was bisn du für eine
wat wit du

stummedienerin:

stummedienerin zieht augenbraue hoch

cloud ex_undea:

ne nee

stummedienerin:

stummedienerin schüttelt kopf

cloud ex_undea:

lass uns doch normal reden
echt
nee nee
-.-"
bitte
bitte
bitte
oder soll ich gehn
[2]

Ich schweige weiter und habe währenddessen noch mehr schweigsame Ideen. So könnte ich zum Beispiel die Reden der Vorredner einfach wiederholen oder leicht stilistisch umwandeln oder sie mit wenigen Worten immerzu ausfragen.

Je mehr Schweigevarianten mir einfallen, umso klarer wird mir, dass fast alles funktionieren wird, vorausgesetzt ich halte mich an die eigenen strengen Regeln. Dass ich umso mehr Aufmerksamkeit bekomme, je härter ich meine Masche durchhalte. Ja, mehr und mehr scheint mir, als liege die eigentliche Arbeit darin, möglichst jede spontane Erfindung, Erwiderung zu unterdrücken, in vorgestanzten Phrasen zu replizieren, mit der sprachlichen Ausdrucksvielfalt eines Bots aufzutreten. Das bringt das Publikum in Wallung und mir die beste Lesezeit.

Ich verstehe mich nun als eine Art Sprachmaschine im Chat, als Katalysator - und ich zeichne die Reaktionen auf. Lese sie. Denn diese verlassene Stelle, die des Lesers will ich ja hochhalten und da kann das Publikum noch so bitten, betteln, flehen, aus mir kriegen sie nichts mehr raus, ich beantworte keine Frage. Ich lese.

Die Netzautorin freilich, die ich mal war und auch wieder sein werde, will den so zusammengelesenen, verdichteten und teilweise fiktiv erweiterten Text nach seinem Bühnenauftritt[3] wieder ins Netz zurückführen - als Audioinstallation.

Die wird so aussehen: Es öffnet sich ein leerer, weißer Bildschirm. Unsichtbar für den Besucher der Webseite verbergen sich dort sechs unterschiedlich große, maussensible Felder. Nähert der Besucher den Mauszeiger einem Feld, ertönt der jeweils dort versteckte Dialog - zunächst leise, nimmt an Lautstärke zu, je näher der Mauszeiger zum Mittelpunkt des Feldes rückt, wird umgekehrt auch wieder leiser, verstummt, sobald das Feld verlassen wird. Werden Felder mehrmals besucht, fährt der Dialog jeweils dort fort, wo er unterbrochen wurde. Alle Texte laufen als Endlosschlaufe.

Auf diese Weise sampelt sich der Besucher sein eigenes Hörstück zusammen. Wie ein stiller, blinder Partygast zieht er von Grüppchen zu Grüppchen. Im besten Fall erkennt er in der Rolle der stummen Protagonistin seine eigene Rolle wieder und genießt es, ein höflich schweigender Leser zu sein.




[1] ich sterbe gleich, schatz, dialog 1, schwatzraum westcoast, fortsetzung:

ümit:

der kann nur flooden

yüksel:

ÜMIT DU HURENSOHN DU KOPIERST SELBER KURZE SÄTZE DANN FÜGST DU EIN ABER DU KANNST HALT NICHT FLOODEN DESWEGEN KOTZT DICH DAS AN DU ARSCHGEFICKTES ARSCHGESICHT DU KANNST MIR NICHT WIDERSTEHEN UND DU KLAUST MEINE SÄTZE UND SPRÜCHE SCHÄM DICH DU HÄSSLICHK

ümit:

looool yüksel, weißte nicht wie du dich wehren sollst?

yüksel:

ÜMIT DU ARSCHGEBURT ICH HAB ABITUR! DU HAST NICHT MAL EINEN SCHULABSCHLUSS UND GAMMELST AUF DEN STRAßEN DU HURENSOHN DU KANNST NACH ISTANBUL GEHEN UND SCHUHE PUTZEN DU HÄSSLICHER PARASIT HA HA MIT DEINEM AUSSEHEN WIRST DU NIE EINE FREUNDIN HABEN PÜHAH

ümit:

ich rede normal mit dem

yüksel:

ÜMIT DU HURENSOHN OHNE VATER ... DESSEN VATER ICH VERKAUFT HABE DU BASTARDKIND WURDEST IM BIOMÜLL ALS MADER GEFUNDEN UND WURDEST ALS UNTIER GEZÜCHTET DU HURENSOHN MIT DEINEM DÖNER

ümit:

ohne flooden
der kann so was nicht, der blamiert sich

yüksel:

ICH BLAMIERE MICH NIE
weil ich hier keine freunde hab

ümit:

ich weine schon .)

yüksel:

ICH BLAMIERE MICH NIE weil ich hier keine freunde hab

ümit:

ich bin dem in allen sachen überlegen :)
das verkraftet der nicht haha

yüksel:

ICH BLAMIERE MICH NIE weil ich hier keine freunde hab

jungguy13:
(flüstert zu
lurkerin)



hi mausi, willst du schwätzen
press 5454545454545454545454554545545454444

yüksel:

ich werde weiter machen!!
DENN ICH HABE IM INTERNET KEINE FRFEUNDE

My86Salsa:

wer hat keine freunde press 555555555555555

yüksel:

ICH HAB IM INTERNET KEINE FREUNDE
IN DEM CHANNEL NICHT
hier bin ich nur UM ÜMIT ZU DISSEN
WEIL DER MAL MEINT DER IST KING

XxILHAN05xX:

SEID ALLE SO AMARSCH EY

ümit:

haha

jungguy13:

hi

My86Salsa:

yüksel?

yüksel:

ÜMIT DU ARSCHGEBURT ICH HAB ABITUR! DU HAST NICHT MAL EINEN SCHULABSCHLUSS UND GAMMELST AUF DEN STRAßEN DU HURENSOHN DU KANNST NACH ISTANBUL GEHEN UND SCHUHE PUTZEN DU HÄSSLICHER PARASIT HA HA MIT DEINEM AUSSEHEN WIRST DU NIE EINE FREUNDIN HABEN PÜHAH

ümit:

es wissen alle wie ich aussehe,
ich verstecke mich nicht wie du
ich sehe normal aus :)
nicht wie schwein :D

yüksel:

FERHAT HAT FREUNDE
ABER MAG DICH NICHT
WEIL DU LÜGNER BIST

ümit:

ferhat is auch hässlich, ferhat schleimt bei dir
weil ihr schwatzfreunde seid :)

yüksel:

flooden!

jungguy13:

wer will schwätzen 12-15 press 656565656565656565656565

ümit:

wenn wir uns real kennen würden, würdest du außenseiter sein, weil du so hässlich bist

yüksel:

AAA AAAAAAAA AAAAAAAA AAAAAAA AAAAAAAAA AAAAAAAA AAAAAAAAAA AAAAAAA AAAAAAAAA AAAAAAAAAA AAAAAA

AAAAAAAAAAAAAA AAAAAAAAAAAAAAA AAAAAAAAAAAAAAA AAAAAAAAAAAAAAAAAAA AAAAAAAAAAAAAA AAAAAAAAAAA

ümit:

yüksel, neben dir kann niemand stehen weil deine nase die wegschubst, so schief ist die :)

yüksel:

ÜMIT DU HURENSOHN OHNE VATER ... DESSEN VATER ICH VERKAUFT HABE DU BASTARDKIND WURDEST IM BIOMÜLL ALS MADER GEFUNDEN UND WURDEST ALS UNTIER GEZÜCHTET DU HURENSOHN MIT DEINEM DÖNER

ümit:

du hast gargamel nase


[2] ich sterbe gleich, schatz, dialog 3, schwatzraum trauminsel, fortsetzung:

c4f-prinz:

hallo
wie können wir bzw. ich euch bzw. dir helfen?

cloud ex_undea:

he prinz kennst du die da

c4f-prinz:

cloud wo liegt dein prob?

cloud ex_undea:

die do labert nichts ey

c4f-prinz:

cloud ... der monitoring ist kein offizieller schwatzraum, er dient ausschließlich dem schnelleren auffinden der monitore/lotsen. nach darstellung deines problems verlasse diesen raum bitte wieder, damit auch andere schwätzer die möglichkeit haben hilfe zu holen.
stummedienerin ... da du scheinbar kein problem mehr hast und den raum auch nicht verlässt, wirst du jetzt aus dem monitoring entfernt.

stummedienerin:

stummedienerin taumelt
reibt augen, nase
schnieft
pocht

operator:

Channel Erotik ist voll! Wechseln nicht möglich

stummedienerin:

stummedienerin pocht

operator:

Channel Erotik2 ist voll! Wechseln nicht möglich

stummedienerin:

stummedienerin pocht

operator:

Du gehst in den Channel Trauminsel

stummedienerin:

stummedienerin lächelt vage in die gegend

wtüte:

geh und hol mir nen kaffee @dienerin
gg

vordruck:

wozu brauchen wir denn eigentlich ein gehirn? quallen haben doch auch keins, brauchen die auch gar nicht. die schweben da rum, ... so heyyyyy, hoooo ... so hab ich auch mal gelebt ... und dann war die schulzeit vorbei ... *gg

wtüte:

dienerin ...wo bleibt mein kaffee??? zefix@personal

vordruck:

dienerin?

stummedienerin:

stummedienerin huscht richtung kalter kaffee

wtüte:

wieso kalt???
ich wollt den warm haben. ...wangenwarm bitte

schwester2000:
(flüstert zu stummedienerin)



von wo kommst??

stummedienerin:

stummedienerin deutet vage in die ferne

operator:

du bist von schwester2000 in erzählmirmehr eingeladen worden; gebe, um dort hinzugelangen /gehe erzählmirmehr ein; oder /sg

stummedienerin:

stummedienerin schlägt augen nieder

vordruck:

?????? verwirrt is @wirklich dienerin

wtüte:

sag ich doch druck....musst halt auch ma uffpasse ne?

schwester2000:
(flüstert zu stummedienerin)



sorry für den überfall

vordruck:

is das so ne jeanny oder gini oder wie das ding aus der flasche heißt

wtüte:

weis net druck ...wart ich reib ma an ihr. ...ggg

vordruck:

löööööl
darf man sich da was wünschen???
begeistert von einem bein aufs andere hüpft

wtüte:

joa druck ...aber du brauchst deine eigene ...weißt doch ... wie bei monty python ... jeder nur eine dienerin ... gg

vordruck:

oahhhhh mist ... steinkick

stummedienerin:

stummedienerin schlabbert mit brühe in tasse zurück

wtüte:

brühe? wasn für ne brühe?
nimmt die tasse entgegen
schlürft@kaffee ...

stummedienerin:

stummedienerin guckt gespannt

wtüte:

najaaa@dienerin ... könnt was süßer sein und ein wenig kühler ... aber du lernst ja noch

schwester2000:
(flüstert zu stummedienerin)



keine lust?? bin ein anständiges mädel.
hallo??

stummedienerin:

stummedienerin zieht augenbraue hoch

vordruck:

leihste mir mal?

wtüte:

nix

vordruck:

komm schon ...
eiiiiiinmal

stummedienerin:

stummedienerin zieht augenbraue gefährlich hoch

schwester2000:

lächelt

vordruck:

dienerin?????

wtüte:

ähm ...willst du aufstand machen dienerin???
gehorche!!! mit donnernder stimme sprech

vordruck:

DIIII NAAAA RIIIINNNN

wtüte:

is meine@druck ... gg

vordruck:

kooooomm putt putt

wtüte:

weg da druck

wtüte:
(flüstert zu stummedienerin)



lächel ... schön das du mitspielst ... hallo ich bin der WTüte

vordruck:

du bist zu grob zu ihr und außerdem kannste die lohnnebenkosten gar nicht zahlen

schwester2000:
(flüstert zu stummedienerin)



nur 5 minuten

wtüte:

hey ... es ist ne dienerin!! die sind das gewohnt@grob

vordruck:

stimmt das dienerin? mit lieblicher stimme sprech

stummedienerin:

stummedienerin schreitet hin, schreitet her

schwester2000:

versuche neustart
@stummedienerin

operator:

du bist von schwester2000 in dasistmeineletzteeinladung eingeladen worden; gebe, um dort hinzugelangen /gehe dasistmeineletzteeinladung ein; oder /sg

stummedienerin:

stummedienerin fingert nach serviette

schwester2000:
(flüstert zu stummedienerin)



hmm ... kennen wir uns??

stummedienerin:

stummedienerin ist schrecklich ungeschickt

wtüte:

kein prob dienerin ... das lernen wir dann zusammen ...

stummedienerin:

stummedienerin stößt mit ellbogen gegen volle tasse

wtüte:

aaaarghhh ...

stummedienerin:

stummedienerin guckt, als wär nichts

schwester2000:

meditation ... lächelt

vordruck:

hat dien schweigegelübde abgelegt ...?? dann mach ichs auch wie bei monty python (leben des brian) und tret ihr auf den fuß

schwester2000:
(flüstert zu stummedienerin)



sag mal was - lächelt

schwester2000:

wenn ich schon sonst nix von dir höre

wtüte:

loool@druck@auf fuß latsch

stummedienerin:

stummedienerin wedelt mit serviette

wtüte:

tse tse tse ... gutes personal is so selten heutzutage ...

stummedienerin:

stummedienerin wischelt auf vordruck rum

vordruck:

auf miaaaaaaaaa?
was wischste denn auf mir rum?

stummedienerin:

stummedienerin schaut skeptisch auf verschmierten vordruck

vordruck:

schaut skeptisch zurück

stummedienerin:

stummedienerin hebt vordruck mit spitzen fingern auf
stummedienerin schüttelt kopf

vordruck:

eyyyyyyyy ... runterlassen

wtüte:

nein ... das is nich mein vordruck ... wirf den weg
gg

schwester2000:
(flüstert zu stummedienerin)



soll ich uns noch einmal einladen??

stummedienerin:

stummedienerin schlingt sich boa constricta um hals

schwester2000:
(flüstert zu stummedienerin)



du bist mir ja eine oder vielleicht einer

schwester2000:

lächelt

stummedienerin:

stummedienerin ringt nach luft. mpfffft

schwester2000:

lacht

vordruck:

ihr seid alles arschlöcher ...

stummedienerin:

stummedienerin rafft ihre röcke zusammen

vordruck:

bei euch bleib ich
sfg

schwester2000:
(flüstert zu stummedienerin)



so ... keine chance???

wtüte:
(flüstert zu stummedienerin)



kaffee is alle!!

schwester2000:
(flüstert zu stummedienerin)



echt schade ... naja ...
woher kommst du??

stummedienerin:

stummedienerin winkt zum abschied mit serviette

vordruck:

hier geblieben dienerin

schwester2000:
(flüstert zu stummedienerin)



bleib mal da dienerin
bleib doch mal da dienerin

schwester2000:

hey

schwester2000:
(flüstert zu stummedienerin)



bleib doch noch ne minute oder 2 stunden
ich bitte dich laut, mir mal zurückzuflüstern

stummedienerin:

stummedienerin flüstert unverständliches und raschelt davon

schwester2000:

hey



[3] Uraufführung: Theater im Pumpenhaus, Münster, 2004. Regie: Manfred Kerklau, Schauspiel: Gabriele Brüning, Sounddesign: Detlef Piepke

 


published in dichtung-digital 1/2005