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Roberto
Simanowski
21. 09. 00
Hermann
Rotermund
25. 09. 00
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Lieber Teilnehmer
des InterSzene-Symposiums, liebe Freunde dieses
Forums
Nach der
Sommerpause möchte ich einen Gegenstand
unseres Treffens zur weiteren Diskussion
vorschlagen. Der Aspekt der Inszenierung lag in der
Fragestellung unseres Symposiums und wurde v.a. im
Hinblick auf Bühne und Performance
erörtert (Chattheater, SMS, Selbstinszenierung
auf der eigenen Homepage und in MUDs). Ich
möchte auf die problematische Seite dieses
Themas hinaus, die sich in seiner Verbindung mit
dem Spektakel bzw. Event ergibt.
Was diesen Komplex
betrifft, schrieb Neil Postman 1985: "Problematisch
am Fernsehen ist nicht, daß es uns
unterhaltsame Themen präsentiert,
problematisch ist, daß es jedes Thema als
Unterhaltung präsentiert". Lassen wir einmal
Postmans bildungsbürgerliches und
kulturpessimistisches Pathos breiseite: Ist man dem
beklagten Zustand der Inszenierung jeglicher
Information zur Unterhaltung nicht in der Tat sehr
viel näher gekommen?
Ich denke nicht nur
an die Verwandlung der Nachrichtensprecher in
Unterhaltungsstars (in den USA viel weiter
vorangeschritten als in Deutschland), sondern auch
an die Unternehmenspräsentationen im Internet,
die das Geschäftliche zunehmend zum
audiovisuellen Pop-Ereignis umgestalten. Man sehe
sich als Beispiel die Website
von Ford an
sowie ihres Designers EYE
40. Auch
die von EYE 40 gestaltete Website der Peter
Hielscher Film- und Videoproduktion GmbH (klick im
Hauptmenu
den auf die Filmrolle gesetzten Link 'Referenzen
und Projekte') ist ein plastisches Beispiel nicht
nur für die Suggestivkraft der Flash-Rhetorik,
sondern auch dafür, wie die Präsentation
der Präsentationen (d.i. der
Hielscher-Produkte) diesen selbst die Show stehlen
kann, die Aufbereitung des Contens in der
vorliegenden medialen Situation somit zum
größeren Ereignis als der Content selbst
wird.
Die hier zu
beobachtende Ästhetisierung des Kommerziellen,
nennen wir es doch eine neue Stufe der
Warenästhetik, scheint mir eine Tendenz zur
Event-Ästhetik zu stärken, die auch in
den herkömmlichen Medien umsichgreift. Ich
frage mich und die Besucher dieses Forums, ob ich
da zu schwarz sehe und was, wenn dies nicht der
Fall ist, die Folgen dieser Entwicklung in
psycho-sozialer Hinsicht sein werden.
Roberto
Simanowski
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