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Newsletter September '01
5/2001 (3.Jg. / Nr. 19) - ISSN 1617-6901
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Inhalt Newsletter:
Death of the reader! / Binary Idealism / "Untitled" von Squid Soup / Hacker-Ethik / Berlin Beta 2001 - Flash-Award / Werbeangriff auf "Assoziationsblaster" / Ortmanns Buch "Netz Literatur Projekt" / Literaturaktien / Leishmans "Redridinghood"Interview Schindler


Death of the author? Death of the reader! [Englisch]

Der Autor ist nicht so tot wie oft behauptet; jedenfalls nicht in der Lesart, mit der einige Hypertext-Theoretiker Barthes und Foucault missverstehen. Dagegen steht es schlecht um den Leser. Dieser verschwindet vielerorts im Event kollaborativer Autorschaft. Als Ergebnis treten die Texte oft nur noch als Zeichen einer Gemeinschaftlichkeit auf, nicht mehr als Geschichten, auf die man sich einlässt.
http://www.dichtung-digital.com/2001/09/30-Simanowski

Screaming Screen and Binary Idealism [Englisch/Deutsch]

Ein Text über die Oberfläche und Bildschirme, Mäuse und Katzen, die Sehnsucht nach dem Tode. Johannes Auers Attacke zielt auf die "binären Idealisten", die Netzkunst und -literatur ganz im Code verorten und das optische Ergebnis auf dem Bildschirm als zweitrangig und unterlegen abtun wie einst Plato in seinem Idealen Staat die Kunst.
http://www.dichtung-digital.com/2001/09/28-Auer

Untitled von Squid Soup [Deutsch]

Ein navigierbarer 3-D-Raum aus durchsichtigen Text-Wänden. Dazu eine Soundschleife. Einige Männer murmeln immer wieder was von generic drugs, und wenn man auf die Buchstaben klickt, erscheinen klingende Buchstaben. Ihr Ziel ist "A feeling of being somewhere". Das haben Squid S o u p unbedingt erreicht. Ein suggestives Beispiel der "Ästhetik des Sinnlichen".
http://www.dichtung-digital.com/2001/09/26-Simanowksi

Pekka Himanens "Die Hacker-Ethik und der Geist des Informations-Zeitalters" [Deutsch]

Hacker-Ismus ist eine spezifische Einstellung zur Information und zur Arbeit. Über jenes hat man seine Vorstellungen, obwohl dabei auch schon mal die Hacker mit den Crackern verwechselt werden. Über dieses weiß man nur, dass es Hackern Spaß macht, die ganze Nacht zu arbeiten. Pekka Himanen beschreibt dies nun ausführlich als arbeitsethische Alternative des Informations-Zeitalters: Arbeit nicht als Pflicht, sondern als Akt der Selbstverwirklichung. Dass er Max Weber, aber nicht Karl Marx zitiert, mag schon anzeigen, wieviel Chancen dieses gar nicht so neue Konzept in der Praxis hat.
http://www.dichtung-digital.com/2001/09/25-Simanowski
Kommentar von Oliver K

Berlin Beta 2001 - Flash-Award. Interview mit Laurence Rilly und Jens Schmidt [Deutsch]

Ein für die Diskussion digitaler Ästhetik interessanter Teil des Festival für Digitale Medien, Wirtschaft und Kultur Berlin Beta 2001 war die Vergabe des Flash-Awards und die öffentliche Diskussion der Jury über die Entscheidung. dichtung-digital stellt die Preisträger der Kategorie "Cartoon & Art Clips" vor und spricht mit zwei Juroren über die Ästhetik von Flash
http://www.dichtung-digital.com/2001/09/24-Flash-Award

Schreibprojekt und Werbeangriff. Fünf Tage war der Blaster krank [Deutsch]

Zwischen einem Stuttgarter Künstlerduo und einer Firma in München kam es zu einem virtuellen Schlagabtausch. Die Drohung mit einer Schadenersatzklage zwang das Kunstprojekt Assoziationsblaster vorübergehend zur Schließung ihrer Online-Installation. Erst nach massiven Protesten aus dem Netz lenkten die Münchner ein. Oliver Gassner erzählt die Geschichte.
http://www.dichtung-digital.com/2001/09/20-Gassner

Sabrina Ortmanns "Netz Literatur Projekt" [Deutsch]

Eine Magisterarbeit zur Entwicklung einer neuen Literaturform von 1960 bis heute. Ortmann hat sich viel vorgenommen und operiert mit einer Menge an Begriffen: Netzliteratur, Hyperfiction, Computerliteratur. Erstere besteht aus kollaborativen Schreibprojekten, E-Mail-Literatur, Literarischen Newsgroups und MUDs, letztere aus Hyperfiction, multimedialer und computergenerierter Literatur. Beat Suter zeigt, wie sich die Autorin in ihrem Begriffsnetz verstrickt.
http://www.dichtung-digital.de/2001/09/05-Suter

Dax, Nemax ... Laix. Literaturaktien und Steierischer Herbst [Deutsch]

Der Aktienindex auf Talfahrt, die Börse flimmert, Kleinanleger raufen sich die Haare und wissen nicht was tun. Wie sagt der Dichter? In der Gefahr wächst das Rettende auch! Der Laix (Literaturaktienindex) beglückt mit dem Modell absoluter Risikominimierung. - Wie man die Börse mit der schönen Literatur versöhnt.
http://www.dichtung-digital.com/2001/08/20-Simanowksi

Wer frisst wen? Donna Leishmans "Redridinghood" [Deutsch]

Ihr Gesicht ist voller Trotz, ihr Gang zur Großmutter ebenso: diese Person ist zweifellos nicht erst auf dem Weg zu einem Problem, sie hat schon eins. Der Wolf als Frontbild ihres Tagebuchs, der Engel, der vorüberzieht. Am Ende kehrt sich das Fressen um und könnte zur Wiedergeburt verhelfen. Rotkäppchen als feministische Flash-Animation, in einer Ästhetik harter Schnitte, die nicht frei von Kitsch bleibt. Roberto Simanowski hat den Details nachgespürt.
http://www.dichtung-digital.com/2001/08/11-Simanowski

Netzkunst plugged. Interview mit Annette Schindler [Deutsch]

Die Garage-Zeiten sind vorbei auch im Bereich der Netzkunst. Die Werke halten Einzug in traditionsreiche Museumsinstitutionen oder eigens geschaffende Orte der Repräsentation. Ein Beispiel letzterer ist das Baseler Forum für Neue Medien [plug in]. Roberto Simanowski sprach mit Leiterin Annette Schindler über das Konzept, Kuratierung von Netzkunst, Indie-Kultur in der Warteschleife und Mikroökonomie-Modelle.
http://www.dichtung-digital.com/2001/08/08-Schindler


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