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College of Arts & Science

Department of Germanics


Newsletter 1/2002
4.Jg. / Nr. 21 - ISSN 1617-6901

frühere Newsletter


Inhalt Newsletter:
Fotograf ohne Kamera / Interview Pias / Interview Andrews / "Yatoo" / "We Descend" / Andrews audio-visuelle Poesie / "Cyberhypes" / Transmedialisation / "Mythos Internet" / Workshop-Bericht ComputergamesDigital Poetics


Fotograf ohne Kamera. Netzpornographie als Kunst bei Thomas Ruff [Deutsch]

Pornographische Ready-mades aus dem Internet, manipuliert mit Bildeditoren, ausgestellt in Kunstgalerien: Mit seiner Serie "Nudes" bestimmt Thomas Ruff Aktfotografie neu, indem er das Fotografieren gleich doppelt ans digitale Medium bindet. Das Endprodukt trägt die getilgte Vergangenheit seines Originals unübersehbar in sich und lebt von der Spannung des Zeigens und Verbergens. Zugleich ändert sich die Hierarchie der Blicke: Der nackte Körper beobachtet nicht mehr den Voyeur und dieser wird schließlich selbst zum Objekt der Betrachtung. Roberto Simanowksi hat sich dem Blick ausgesetzt.
http://www.dichtung-digital.com/2002/01-30-Simanowski.htm

Computerspiele im Prüfstand. Interview mit Claus Pias [Deutsch]

Claus Pias forscht am Lehrstuhl "Geschichte und Theorie Künstlicher Welten" der Fakultät Medien an der Bauhaus-Universität Weimar zu Computerspielen, deren Entstehung und Eigenschaften er in seiner Dissertation "Computer Spiel Welten" (2000) untersuchte. Roberto Simanowski sprach mit ihm über Medienforschung, Ästhetik, Ethik und Handlungskonzepte von Computerspielen sowie über ihre kulturtechnischen Vorläufer im vordigitalen Zeitalter.
http://www.dichtung-digital.com/2002/01-30-Pias.htm

Becoming full-time web artist. Interview mit Jim Andrews [Englisch]

Andrews organisierte eine Literatur-Radio Show, ein Literatur-Magazin und wöchentliche Lyrik-Lesungen - bevor seine Arbeit als Pogrammierer ihn im Feld digitaler Ästhetik mit audio-visueller Poesie experimentieren ließ. Roberto Simanowski sprach mit Andrews über sein Werk, über das Verhältnis von Programmierkenntnissen und konzeptueller Arbeit, über den Unterschied zwischen europäischer und nordamerikanischer Netzkunst und über den digitalen Melting-Pot, der das eine Medium im anderen auf/untergehen lässt.
http://www.dichtung-digital.com/2002/01-29-Andrews.htm

"Yatoo" von den Zeitgenossen [Deutsch]

Ein audio-visueller Hypertext, ein Lovepoem, das seinen Text erst bei Mauskontakt preisgibt. Die Soundaktivierung erfolgt zugleich als visuelles Ereignis und beides spielt so gut ineinanander, dass auch Skeptiker ihre Freude am semantischen Mehrwert der Effekte haben dürften. Ursula Hentschläger und Zelko Wiener haben ein Werk ins Netz gestellt, dem man gern begegnet.
http://www.dichtung-digital.com/2002/01-21-Simanowski.htm

"We descend" von Bill Bly [Englisch]

Es ist zweifelhaft, ob Jan Van Looys Beitrag "23 reasons not to read We Descend" ihm in der Hypertext-Gemeinde eine Menge Freunde schaffen wird. Sein Kommentar zu Bill Bly's Hyperfiction ist in mancher Hinsicht fragwürdig und insgesamt recht feindselig und überspitzt wie schon wenige Sätze zeigen:
-Die Behauptung, Hypertext sei die Verwirklichung von Derridas Grammatologie ist reines Wunschdenken.
-We Descend wirkt wie die letzten 30 Seiten eines billigen Kriminalromans.
-Wenn ein Plot eine Schweizer Uhr sein soll, dann ist der von We Descend eine ägyptische Fälschung.
Ein provokanter Kommentar, der Kommentare provoziert. Deswegen sei er hier veröffentlicht.
http://www.dichtung-digital.com/2002/01-14-Looy.htm
Kommentare von Jill Walker und Jan Van Looy

Kampf/Tanz der Wörter [Deutsch/Englisch]

Das Gedicht, das angeblich abgedriftet ist und auf Klick erst recht aus den Fugen gerät. Das Computerspiel, bei dem man im Namen der Poesie Poesie abschießen kann. A capella als Hypertext, der zum Sound auch noch Buchstaben tanzen läßt. Jim Andrews kinetisch-konkrete, audio-visuelle Poesie ist ein ironischer Zugriff auf die Materialität des Textes, der ebensoviel visuelles wie gedankliches Vergnügen bereitet. Und als Nachtisch: die Verwandlung der Schönen ins Tier.
http://www.dichtung-digital.com/2002/01-10-Simanowski.htm
Englische Übersetzung von Florian Cramer

Cyberhypes. Möglichkeiten und Grenzen des Internet [Deutsch]

Von Computern umstellt, im Herzen der Mall. Der Sammelband von Rudolf Maresch und Florian Rötzer ist die Inventur eines Mediums. Die 14 Texte des Anschlussbandes zum "Mythos Internet" sprechen vor allem von Opfern und Verlust. Das Internet ist erwachsen geworden, nimmt die Piercings aus der Nase und sucht einen Job.
http://www.dichtung-digital.com/2002/01-06-Simanowski.htm

Transmedialization: An interart transfer [Englisch]

Transmedialisierung bezeichnet den Transfer eines Textes (im weiten Sinne: Schrift, Bild, Video, Ton) von einem Medium in ein anderes und ist ein spezifischer Typ von "Remediation": bezogen auf einen spezifischen Text in unterschiedlichen Medien. Transmedialisierung führt zu einer Veränderung des Ursprungstextes: Welche Aspekte werden dabei betont? Welche verschwinden im Hintergrund? Karin Wenz unterscheidet mit Bruhn 4 Formen: Integration, Flektion, Adaption und Performanz ...
http://www.dichtung-digital.com/2002/01-05-Wenz.htm

Mythos Internet [Deutsch]

Was es mit dem Phänomenen einer heraufziehenden Internet-Gesellschaft auf sich hat und was davon als Mythos in die Projektionskiste halbwissender Proponenten und Contrahenten gehört, sagt dieser Sammelband von Stefan Münker und Alexander Roesler in 17 Beiträgen. Was David J. Bolter dabei mediengeschichtlich entwickelt und implizite zu einer Neuformulierung der 6. Feuerbachthese von Marx führt - das Individuum als Summe seiner Links -, bringt Mark Poster kurzerhand auf die Formel: Das Internet ähnelt eher Deutschland als einem Hammer.
http://www.dichtung-digital.com/2002/01-05-Simanowski.htm

Zeit und Raum in interaktiven Kinder- und Jugendmedien [Englisch/Deutsch]

Muss Interaktivität geopfert werden im Interesse einer sinnvollen Zeitstruktur? Ist ein völlig immersives Spielumfeld Ziel der technologischen Entwicklung? Haben die offensichtlichen Qualitäts-Schwachpunkte mit dem Genre insgesamt zu tun oder können sie zurückgeführt werden auf die individuellen Mängel einzelner Beispiele eines jungen, sich erst noch entwickelnden Genres? Anja Rau berichtet vom Workshop in Zürich, der Computerspiele als Beispiel digitaler Literatur diskutiert. [Englisch]
http://www.dichtung-digital.com/2002/01-22-Rau.htm

Ein Workshop November 2001 in Zürich brachte verschiedener Kreise zusammen, die sich theoretisch und praktisch mit dem Medium "Computerspiel" auseinandersetzen. Eingangsthese war, dass sich einige spezifische Gattungen des Computerspiels als narrative Medien präsentieren und somit Genettes Erzähltheorie anwendbar machen. Ein Problem der Computerspiele liegt freilich in der Kombination linearer Erzählstrukturen mit den nonlinearen Spielstrukturen... Karin Wenz stellt die Beiträge vor. [Deutsch]
http://www.dichtung-digital.com/2002/01-04-Wenz.htm

Digital Poetics. The Making of E-Poetries [Englisch]

Was Schreiben bedeutet, ändert sich durch das benutzte Aufschreibesystem. Selbst die Webadresse beeinflusst unsere Rezeptionsweise. (Was denkt man, wenn man als URL tippt:  /theories/hypertext.html versus /theories/tomfoolery/hypertext.html?) Um die Poesie der Zukunft zu erkennen, muss man lernen, durch neue Brillen zu sehen. Der Auszug von Loss Pequeño Glazier's Buch gibt eine Vorstellung davon, was alles in Betracht zu ziehen ist.
http://www.dichtung-digital.com/2002/01-02-Glazier.htm


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