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Newsletter 2/2003
5.Jg. / Nr. 28 - ISSN 1617-6901
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hg. v. Roberto Simanowski (Editorial)

Content Newsletter:
Editorial | Einleitung 1 | Einleitung 2 | Einleitung 3 | Einleitung 4 | Birgé-Intro | Birgé-Interview | Clauss-Intro | Clauss-Interview | Clauss-Review | Durieu-Interview | Durieu-Review | Lamarque-Intro | Lamarque-Interview | Schmitt-Intro | Schmitt-Interview | Schmitt-Review | Servovalve-Intro | Servovalve-Interview | Servovalve-Review | Konkrete Poesie


Dies Ausgabe - Paris Connection - ist koproduziert und kopubliziert durch die Online-Journale Arteonline.arq.br (Rio), Coriolisweb.org (Toronto), dichtung-digital.org (Berlin), Turbulence.org (New York). Die Version auf dichtung-digtial wurde ermöglicht durch das ZKM, das die Ausgabe 2/2003 virtuell erworben hat und der Netzgemeinde frei zugänglich macht. Paris Connection enthält Einführungen zu, Interviews mit und Besprechungen zu: Jean-Jacques Birgé, Nicolaus Clauss, Frédéric Durieu, Jean-Luc Lamarque, Antoine Schmitt, Servovalve (Einleitungen und Interviews von Jim Andrews, Besprechungen von Roberto Simanowski und Carrie Noland). Alle Beiträgeg sind Englisch. Für französische, portugiesische und spanische Versionen siehe: http://vispo.com/thefrenchartists.(Direkt zur Hauptseite von Paris Connection).

Editorial

Die Koproduktion eines Projekts wie Paris Connection bietet die Möglichkeit schon im Produktionsprozess in einen kritischen Dialog zu treten. Paris Connection macht bekannt mit einer lose verbundenen Gruppe von Künstlern, die einander kennen, mitunter Projekte geimeinsam erstellen, alle mit Macromedia Director arbeiten, professionelle Programmierung mit philosophischen Reflexionen verbinden und für eine Software-Art stehen, die sich durchaus unterscheidet von jener, die Lev Manovich in seinem Essay "Generation Flash" entwirft
http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/editorial.htm

Einleitung: Jim Andrews

Der Blick auf das Werk eines jeden einzelnen beeindruckt, der Blick auf ihr Werk als Gruppe fasziniert durch die Varianz und doch auch Kohärenz des künstlerischen Angangs. Dies liegt zum einen an der von allen benutzen Software Shockwave, die zur Fusion von Bild, Ton, Video und Programming ermuntert, zum anderen an ihrer gegenseitigen guten Bekanntschaft und intensiven Zusammenarbeit.
http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/intro-andrews.htm

Einleitung:  Regina Célina Pinto

Diese Gruppe französischer Künstler und ihr höchst interessantes Werk führt zu einer Frage: Könnte es sein, dass diese Künstler die Morgendämmerung eines neuen Sehens bewirken, wie einst die Impressionisten? Einen komplexen, eminent aktiven, interactiven und wissenschaftlichen Blick?
http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/intro-pinto.htm

Einleitung: Roberto Simanowski

Gibt es Netzliteratur so brillant wie diese Netzkunst? Das Problem liegt in der Form. Während bildene Künstler immer ihr Material reflektieren, finden Experimente in der Literatur zumiest nicht auf der visuellen Ebene des Worts statt, sondern auf der sprachlichen Ebene im Kopf. Ein anderer Grund: Das Publikum der bildenen Kunst ist seit dem Siegeszug der abstrakten Ästhetik mit Bilder vertraut, die eher auf sensuelle Stimulation zielen als auf realistische Abbildung. Literaten hingegen sehen sich weiterhin mit der Erwartung von Sinn konfrontiert. Die faszinierenden Effekte der digitalen Technologie scheinen da nicht viel zu helfen.
http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/intro-simanowksi.htm

Einleitung: Helen Thorington

Wir wissen nicht, was Kunst in 20 oder 30 Jahren sein wird, aber wir werden gewiss nicht mehr in der gleichen Weise über sie sprechen, so wie wir heute anders über Performance-Kunst sprechen hinsichtlich ihrer genrespezifischen Herkunft. Das Werk dieser Gruppe kann man als algorithmische Poesie beschreiben. Die Mathematik (die Programmierung) steht im Dienste der Kunst, der Synthese, des menschlichen Denkens und Fühlens - eine Kunst des Übergangs.
http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/intro-thorington.htm

Jean-Jacques Birgé: Introduction

Er ist kein Programmierer, produziert keine Director-Arbeiten, dennoch spielt er eine wichtige Rolle für die anderen Künstler dieser Gruppe, für deren Arbeiten er oft den Sound erstellt. Birgé ist Musiker, Komponist, Produzent, Filmemacher, Autor und gestaltet Multimedia-Live-Shows seit 1965.
http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/birge-intro.htm

Jean-Jacques Birgé: Interview

Ich lehre auch, aber nicht viele junge Leute haben genug Allgemeinbildung um folgen zu können. Sie hängen fest in einem Musikstil als sei der Stil nichts. Das einzig wichtige ist, dass einem geglaubt wird. Mein Stil ist philosophisch und hat nichts mit Mode zu tun. deswegen könnte er dauern! ... Ich glaube noch immer, wir sollten die Welt ändern. es läuft alles verkehrt herum.
http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/birge-interview.htm

Nicolas Clauss: Introduction

Die weitere Entwicklung seines Werks wird zeigen, ob er weiterhin kreativ sein kann, ohne sich tiefer aufs Programmieren einzulassen. Digitale Künstler mit bescheidenen Programmierkenntnissen kommen oft zu einem Punkt der Wiederholung und des Selbstplagiats: unfähig das umzusetzen, was ihnen vorschwebt, oder, schlimmer noch, unfähig, über das hinauszudenken, was sie ke/önnen.
http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/clauss-intro.htm

Nicolas Clauss: Interview

1999 kam ich von einer sechsjährigen Reise durch Asien und Australien zurück. Ich hatte einige Shows in Frankreich und wollte sehen, was alles mit Computer möglich ist. Dann sah ich in einer Ausstellung die CD-ROM Alphabet. Ich war beeindruckt, fragte herum, erfuhr, dass die Basis eine Software namens Director ist. Ich kaufte die Software und arbeitete damit wie ein Verrückter für drei Monate. ... Mein Ziel ist das Experiment mit dem Raum zwischen Video, Interaktion und Malerei - und ich finde es sehr aufregend.
http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/clauss-interview.htm

Nicolas Clauss: Review

In Mechanical Brushes ruft Clauss das Ende der Malerei aus. Es ist ein ist moving still life, das an Légers Ballet mécanique und an die Technikeuphorie der Futuristen erinnert. Der Pinsel verkörpert nicht länger das angemessene Werkzeug, er dient nur noch als Symbol seiner eigenen Überflüssigkeit. Der Pinsel der digitalen Bilder ist der Code; Malerei ist, in ihrer Materialität, Text geworden.
http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/clauss-review.htm

Frédéric Durieu: Interview

Das Ziel von all dem ist Poesie. Ich nenne es algorithmische Poesie. Ein Gedicht ist ein Text der Poesie generiert, wenn ich ihn lesen. Der Code, den ich zu schreiben versuche, ist ein Text, der Poesie generiert, wenn der Computer ihn für mich liest.
http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/durieu-interview.htm

Frédéric Durieu: Review (The Body in Cyberspace: Invented, Morphed, Generated, Dismissed)

Viele von Durieus Werken handeln von grotesken Körpern. In Autoportrait kann man Durieus Gesicht verunstalten, in Puppettool kann man Tierleiber manipulieren. Was steckt hinter diesem Spiel mit dem digitalen Körper? Wie steht es mit dem (grotesken) menschlichen Körper: im Cyberspace, in Real Life? Und wie beeinflussen das Verschwinden, Neuerfindung und Modellieren der Körper online unsere Selbstverständnis und reales Körpergefühl? Einige Anmerkungen zur Diskussion des virtuellen, cyborg Körpers und zu Beispielen der Body Art online.
http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/durie-review.htm

Jean-Luc Lamarque: Introduction

Als ich Pianographique einem Freund zeigte, wusste diese nicht, wohin mit seiner Begeisterung. Man kann einen Backbeat oder einen Background Sound einstellen und dann mit dem Sound improvisieren. Visuelle Elemente ergänzen den Effekt der Soundmanipulation. Pianographique ist interessant in zweierlei Hinsicht: als Werkzeug für Kunst und als künstlerisches Werk.
http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/lamarque-intro.htm

Jean-Luc Lamarque: Interview

Als ich 1992 Pianographique machte, war ich sehr beeinflusst durch Dada, Surealismus, Collage Technik und Experimentalfilme wie die von Oscar Fischinger, der an der synästhetischen Beziehung von Sound und Image arbeitete.
http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/lamarque-interview.htm

Antoine Schmitt: Introduction

Schmitts Ästhetik ist minimalistisch. Der Philosoph, Künstler und Programmierer, sie alle sind präsent in Schmitt — eine seltene Verbindung. Es ist wichtig zu sehen, wie Objekt orientiertes Programmieren mit Hoffnung und Nutzen für die Menscheit beseelt werden kann. http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/schmitt-intro.htm

Antoine Schmitt: Interview

Ich befinde mich am Schnittpunkt von praktischer und künstlerischer Herausforderung. Ich benutze das Programmieren, um 'Plastik' -Kunst zu erzeugen, also Objekte oder Situationen. Mein Augenmerk liegt auf der Spannung zwischen dem, was passieren wird. Programmieren ist der beste Weg, dies zu erforschen. Im Falle von Avec determination liegt die Spannung zwischen dem Verlangen aufzustehen und den Schwierigkeiten, dies zu tun - sowohl im metaphorischen wie physischen Sinne.
http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/schmitt-interview.htm

Antoine Schmitt: Review

Wie Rilkes Panter so besitzen auch Schmitts Kreaturen das Doppelleben eines Symbols. Sie representieren, was sie sind: ein Panter, eingesperrt in einem Zoo, sowie programmierte Strichwesen, gefangen in einem Kasten. Sie bezeichnen zugleich die Grenzen der Zuschauer selbst. ... Am Ende aber verstehen wir: Es geht nicht darum, ob wir diese Kreaturen aus ihrer Box befreien können, obgleich der Programmierer die Optionen kontrolliert. Es geht darum, dass wir um alles in der Welt hoffen (oder hoffen sollten), dass er sie wirklich kontrolliert.
http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/schmitt-review.htm

Servovalve: Introduction

Man ist beeindruckt von der minimalistischen Kongruenz des Visuellen und Akustischen in servovalves audio-visuell-interaktiven Shockwave Projekten. ... ligne de ville ist mein Favorit. Mach das Licht aus, schalt auf Vollbild und dreh die Lautsprecher auf. Der Sound besteht aus Background Loops; wenn die Graphik sich ändert, spielt einer der verschiedenen reinen Töne. Es ist ein kosmisches Stück, wie die Architektur des Himmels...
http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/servovalve-intro.htm

Servovalve: Interview

Unsere Gemeinsamkeit ist der Einsatz von Director wegen seiner Erkundungsmöglichkeiten. ... Hier enden die Geminsamkeiten. ... Jeder drückt seine eigene Sensibilität aus ... und glücklicherweise nutzen wir dieses Werkzeug nicht in derselben Weise ... ein Trash-Metal- Gitarrist und ein Country-Gitarrist spielen beide die Gitarre ... Wir bilden unser Instrument und spielen damit ... manchmal teilen wir es miteinander.
http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/servovalve-interview.htm

Servovalve: Review

Wie Joan Brooks McLane in Early Literacy erklärt, unterscheiden kleine Kinder nicht zwischen Zeichnen und Schreiben. Die Buchstaben sind Linien und Formen genauso wie Buchstaben. Unsere Kultur verlangt, dass das Kind alphabetisiert wird und die Linien auf Buchstaben reduziert. ... Es ist genau dieses Oszillieren zwischen den unterschiedlichen Seinsweisen einer Inskription: als etwas zum Sehen und als etwas zum Lesen, was Servovalve in seinem Werk nurb untersucht.
http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/servovalve-review.htm

Konkrete Poesie in analogen und digitalen Medien

Konkrete Poesie ist visuell nicht weil sie Bilder einsetzen würde, sondern weil sie die optische Geste der Wörter ihrer semantischen hinzufügt. Die Philosophie hinter dieser Wendung zum Typographischen ist, die Wörter von ihrer repräsentierenden Rolle zu befreien - hin zur reinen Sichtbarkeit: das Bild um seiner selbst Willen. Andererseits wird im dekonstruktiven Spiel mit der symbolischen Ordnung der Sprache die Attacke auch auf soziale Ordnungsmuster gesehen. Ist digitale konkrete Poesie eher der einen oder der anderen Intention verpflichtet? Über historische Vorläufer, Manierismus, Ästhetik des Spektakels und das l'art pour l'art des Programmcodes.
http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/concretepoetry.htm


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