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Wiggles - ein Strategie-Adventure Game [Deutsch]
Typisch für Strategiespiele sind die Kategorie des "unsicheren Raums", die aus den Filmwissenschaften stammt, sowie die der "zyklischen Zeit". Karin Wenz untersucht das Strategie-Adventure Wiggles auf diese typischen Raum- und Zeitkategorien hin. Die zyklische Zeiterfahrung findet ihre Begründung in den für Computerprogramme typischen Schleifen, die sich während des Spiels als Formen der Rekursion äußern..
http://www.dichtung-digital.com/2002/03-01-Wenz.htm
Kommentar vom Wiggles-Programmierer Axel Hylla

Nudes von Thomas Ruff [Deutsch]
Pornographische Ready-mades aus dem Internet, manipuliert mit Bildeditoren, ausgestellt in Kunstgalerien: Mit seiner Serie "Nudes" bestimmt Thomas Ruff Aktfotografie neu, indem er das Fotografieren gleich doppelt ans digitale Medium bindet. Das Endprodukt trägt die getilgte Vergangenheit seines Originals unübersehbar in sich und lebt von der Spannung des Zeigens und Verbergens. Zugleich ändert sich die Hierarchie der Blicke: Der nackte Körper beobachtet nicht mehr den Voyeur und dieser wird schließlich selbst zum Objekt der Betrachtung. Fotografie ohne Kamera, Netzpornographie als Kunst.
http://www.dichtung-digital.com/2002/01-30-Simanowski.htm

Yatoo von den Zeitgenossen [Deutsch]
Ein audio-visueller Hypertext, ein Lovepoem, das seinen Text erst bei Mauskontakt preisgibt. Die Soundaktivierung erfolgt zugleich als visuelles Ereignis und beides spielt so gut ineinanander, dass auch Skeptiker ihre Freude am semantischen Mehrwert der Effekte haben dürften. Ursula Hentschläger und Zelko Wiener haben ein Werk ins Netz gestellt, dem man gern begegnet.
http://www.dichtung-digital.com/2002/01-21-Simanowski.htm

We Descend von Bill Bly [Englisch]
Es ist zweifelhaft, ob Jan Van Looys Beitrag "23 reasons not to read We Descend" ihm in der Hypertext-Gemeinde eine Menge Freunde schaffen wird. Sein Kommentar zu Bill Bly's We Descend ist in mancher Hinsicht fragwürdig und insgesamt recht feindselig und überspitzt wie schon wenige Sätze zeigen:
-Die Behauptung, Hypertext sei die Verwirklichung von Derridas Grammatologie ist reines Wunschdenken.
-We Descend wirkt wie die letzten 30 Seiten eines billigen Kriminalromans.
-Wenn ein Plot eine Schweizer Uhr sein soll, dann ist der von We Descend eine ägyptische Fälschung.
Ein provokanter Kommentar, der Kommentare provoziert. Deswegen sei er hier veröffentlicht.
http://www.dichtung-digital.com/2002/01-14-Looy.htm
Kommentare von Jill Walker and Jan Van Looy

Kampf/Tanz der Wörter bei Jim Andrews [Deutsch/Englisch]
Das Gedicht, das angeblich abgedriftet ist und auf Klick erst recht aus den Fugen gerät. Das Computerspiel, bei dem man im Namen der Poesie Poesie abschießen kann. A capella als Hypertext, der zum Sound auch noch Buchstaben tanzen läßt. Andrews kinetisch-konkrete, audio-visuelle Poesie ist ein ironischer Zugriff auf die Materialität des Textes, der ebensoviel visuelles wie gedankliches Vergnügen bereitet. Und als Nachtisch: die Verwandlung der Schönen ins Tier.
http://www.dichtung-digital.com/2002/01-10-Simanowski.htm