Lektüre Nr. 2
- Struktur -

Natürlich war nicht beabsichtigt, den Milliarden an Möglichkeiten der Textzusammenstellung nur annähernd gerecht zu werden. Die Bestandteile des Ganzen indes hat man recht schnell erschöpft; an Bildern gibt es nicht einmal 5x20, der gesamte Text ist mit seinen 7346 Zeichen bzw. 1443 Wörtern bzw. 3,5 Seiten (im 12er Schriftgrad) nicht länger als eine Kurzgeschichte.

Aber selbst nachdem man alle Textteile gelesen habt, stellt sich kein tieferer Sinn der Geschichte ein. Was sich hingegen gesteigert hat, ist der Ekel, den das Ganze durch seine Bilder vermittelt und ganz offensichtlich vermitteln soll.

Die Autoren setzen nicht nur manieristische Formulierungen ein, um eine banale Story aufzupeppen, sie garnieren dies auch noch mit verzerrten, abstoßenden Bildern. Man fühlt sich erinnert an die Gothic-Novel des 18. Jahrhundert, als die schaurige Umgebung dem banalen Geschehen einen Hauch existientieller Tiefe zugeben sollte. Verkörpert die Aaleskorte im Hinblick auf ihren Textteil eine Ästhetik der Hochstapelei, so folgt sie hinsichtlich ihres Bildmaterials einer Ästhetik des Hässlichen.

Also war auch bei wiederholter Lektüre nur eine Bestätigung des negativen Urteils zu holen? Wer dieses teilt, verlasse die Geschichte hier. Wer unter dem Banalen und Hässlichen Abgründe vermutet, folge uns in die Kindheit der Ölig.