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Konzept

INTENTION
Der erste deutsche Wettbewerbspreis für Literatur im Internet wurde 1996 vergeben, der
Ruf der Softmoderne Online nach einer intelligenten und treffsicheren Literaturkritik erging im Frühjahr 1997: Trotzdem mangelt es noch immer an einer genauen Analyse dessen, was im Feld der digitalen Literatur eigentlich entsteht und entstehen könnte. Es ist höchste Zeit, die flotten Sprüche hinter sich zu lassen, es ist höchste Zeit für eine Diskussion, die sich Zeit nimmt. Wir sind Leser! Wir wissen, dass es schlechte Texte gibt, und wir sind der Meinung: auch digitale Literatur ist (Avantgarde hin, Schonfrist des Anfangs her) nicht jenseits von Gut und Böse. Unsere Mission ist die kritische Sichtung des Terrains, unser Mittel Beiträge zur Literatur im Netz, die weder lange Sätze noch lange Gedanken scheuen.

VERFAHREN
dichtung-digital versteht sich als Beitrag zu einer Ästhetik der digitalen Literatur und Kunst. In diesem Sinne zielen die Besprechungen auf eine ausführliche Analyse ihres Gegenstandes. Dabei wird den Texten zum einen die eigene ästhetische Logik abgelauscht, zum anderen werden allgemeine Kategorien der Betrachtung und Wertung aufgestellt. Die Methode der Kritik folgt Herders Vorschlag, "mit und statt" des Autors zu denken. Es wird also gelegentlich auch Vorschläge geben, wie das entsprechende Werk hätte besser geschrieben oder warum es besser hätte nicht geschrieben werden sollen.

Cambridge, MA, im Mai 1999