Vom Close Reading zum Social Reading
Lesetechniken im Zeitalter des digitalen Texts

Abstract

Der vorliegende Aufsatz stellt die Frage, wie wir heute, im Zeitalter des digitalen Texts, lesen und nimmt dabei verschiedene Formen des Lesens in den Blick. Die ersten drei Abschnitte des vorliegenden Aufsatzes skizzieren die Techniken des Close und Deep Reading, des Distant Reading und des Hyper und Social Reading in ihren Grundzügen. Aufbauend auf diesen Begriffsgeschichten und -bestimmungen besprechen wir in den folgenden Abschnitten die Möglichkeiten, Grenzen und Risiken der unterschiedlichen Lesetechniken. Dabei tauchen Fragen auf wie: welchen Nutzen können Verlage und Buchhandlungen wie Amazon aus den Interpretationen ziehen, die Social Readers bereitwillig ins Netz stellen? Ermöglicht die computergestützte Analyse grosser digitalisierter Textmengen tatsächlich, wie von Distant Readers propagiert, eine objektivierte Form der Literaturgeschichtsschreibung? Vernachlässigt beim Close Reading die ausschliessliche Fokussierung auf den Text selbst nicht gerade das, was für viele Leserinnen die Literatur lesenswert macht, ihre Einbettung in historische und gesellschaftliche Zusammenhänge? Im zweiten Teil dieses Aufsatzes werden die jeweiligen Lesetechniken aus kulturkritischer Sicht auf ihre kognitiven und gesellschaftlichen Wirkungen, ihre wissenschaftspolitische (Selbst-)Positionierung und ihren Erkenntniswert hin befragt. 

Einleitung

In den 1920er Jahren führte der englische Literaturwissenschaftler I. A. Richards ein Experiment durch, bei dem er seine Studierenden bat, Gedichte zu interpretieren. Das Spezielle an der Versuchsanordnung war, dass Richards keinerlei Zusatzinformationen zu den Texten gab: keinen Titel, keinen Autorennamen, kein Veröffentlichungsjahr. Die Interpretationen konnten sich ausschliesslich auf den literarischen Text stützen, der den Testpersonen vorlag. Das Resultat des Experiments war niederschmetternd: die Studierenden missverstanden noch die offensichtlichsten Bedeutungs-zusammenhänge, hatten keinerlei Verständnis von den Funktionen von Reimen, Lautstrukturen oder rhetorischen Figuren und produzierten grobe Fehllektüren. Richards war tief besorgt, denn für ihn war die eingehende Lektüre und Interpretation einzelner literarischer Texte die beste Schule für die Schärfung des Urteilsvermögens wie auch analytischer Fähigkeiten. Mehr noch: für Richards waren gute Leser der Stoff, aus dem mündige Staatsbürger gemacht sind. Richards beschreibt dieses Experiment in seiner Monografie Practical Criticism: A Study of Literary Judgment (1929), mit welcher er die Methode des Close Reading begründete, die noch heute zum unverzichtbaren Rüstzeug jeder Literaturwissenschaftlerin gehört und eng verwandt ist mit dem jüngeren Begriff des Deep Reading, den Sven Birkerts als kognitiv-emotionales Pendant zum Close Reading in The Gutenberg Elegies: The Fate of Reading in an Electronic Age (1994) einführt.
In seinem 2000 erschienenen Aufsatz “Conjectures on World Literature” fordert der italienische Literaturwissenschaftler Franco Moretti eine Abkehr von genau diesen Lesetechniken. Statt eingehender Lektüren einzelner Texte, die diese in ihren feinsten Bedeutungsnuancen zu erfassen suchen, propagiert er die neue, computergestütze Lesetechnik des Distant Reading. Mit quantitativ-algorithmischen Analysen ausserordentlich umfangreicher digitalisierter Textkorpora will er die grossen Linien der Weltliteratur aufzeigen, statt sich weiterhin einem kleinen Kanon ausgewählter Werke zu widmen. In Graphs, Maps, Trees: Abstract Models for a Literary History (2005) zeigt er auf, wie sich Literatur mit Hilfe sozial- und naturwissenschaftlicher Methoden analysieren und anschliessend visualisieren lässt. 2013 erschien schliesslich seine Monografie Distant Reading, in der er seine bisherige Forschung zum Thema zusammenfasst (Moretti 2013.).

Während sich Close Readers und Distant Readers darüber streiten, welches die angemessene literaturwissenschaftliche Methode sei,1 haben sich Alltagsleser längst zwei zusätzliche Lesetechniken angeeignet: das Hyper Reading, welches tagtäglich auf Laptops, Tablets und Smartphones praktiziert wird und das Social Reading, eine neue Form der gemeinschaftlichen Lektüre im Netz. Der vorliegende Aufsatz stellt die Frage, wie wir heute, im Zeitalter des digitalen Texts, lesen und nimmt dabei sämtliche der erwähnten Formen des Lesens, sowohl die professionellen als auch die alltäglichen, in den Blick. Die ersten drei Abschnitte des vorliegenden Aufsatzes skizzieren die Techniken des Close und Deep Reading, des Distant Reading und des Hyper und Social Reading in ihren Grundzügen. Aufbauend auf diesen Begriffsgeschichten und -bestimmungen besprechen wir in den folgenden Abschnitten die Möglichkeiten, Grenzen und Risiken der unterschiedlichen Lesetechniken. Dabei tauchen Fragen auf wie: welchen Nutzen können Verlage und Buchhandlungen wie Amazon aus den Interpretationen ziehen, die Social Readers bereitwillig ins Netz stellen? Ermöglicht die computergestützte Analyse grosser digitalisierter Textmengen tatsächlich, wie von Distant Readers propagiert, eine objektivierte Form der Literaturgeschichtsschreibung? Vernachlässigt beim Close Reading die ausschliessliche Fokussierung auf den Text selbst nicht gerade das, was für viele Leserinnen die Literatur lesenswert macht, ihre Einbettung in historische und gesellschaftliche Zusammenhänge? Abstrakter formuliert: im zweiten Teil dieses Aufsatzes werden die jeweiligen Lesetechniken aus kulturkritischer Sicht auf ihre kognitiven und gesellschaftlichen Wirkungen, ihre wissenschaftspolitische (Selbst-)Positionierung und ihren Erkenntniswert hin befragt. 

1. Lesetechniken

1.1 Close Reading / Deep Reading

Wie die Titel von Richards’ wirkungsmächtigen Monografien Principles of Literary Criticism (1924) und Practical Criticism: A Study of Literary Judgment (1929) bereits andeuten, handelt es sich beim Close Reading nicht um eine Literaturtheorie, sondern um eine literaturwissenschaftliche Methode, eine Praxis des Lesens, die er folgendermassen umschreibt: “All respectable poetry invites close reading. It encourages attention to its literal sense up to the point, to be detected by the reader’s discretion, at which liberty can serve the aim of the poem better than fidelity to fact or strict coherence among fictions. [...] [The reader] has to refrain from applying his own external standards” (Practical 203). Während Richards selbst letztlich an der “emotiven” Wirkung der Literatur auf die Leser interessiert war (Principles 267), gab sein Student William Empson in Seven Types of Ambiguity (1930) eine systematische Darstellung unterschiedlicher Charakteristika literarischer Sprache, die er als sieben Formen der Mehrdeutigkeit (ambiguity) beschrieb. Empsons eminent präzise, auf die literarischen Texte selbst fokussierende Einzellektüren hatten grossen Einfluss auf zeitgenössische amerikanische Literaturwissenschaftler, welche diese Art des genauen Lesens in ein übergreifendes Theoriegebäude namens New Criticism einbetteten. 

Heute werden denn auch sowohl der Begriff wie auch die Praxis des Close Reading am engsten mit dem New Criticism verbunden. Beeinflusst von Richards’ Schriften und ausgehend von T.S. Eliots Initialzündung in Essays wie “Tradition and the Individual Talent” (1917) oder “Hamlet and His Problems” (1919) entwickelte sich der New Criticism in den 1930er Jahren zu einer heterogenen literaturwissenschaftlichen Schule, die Eliots Forderung, dass “[h]onest criticism and sensitive appreciation are directed not upon the poet but upon the poetry” (“Tradition” 72), beherzigte und in den USA ab den frühen 1950er bis in die späten 1960er Jahre dominant bleiben sollte.

Für die New Critics bezeichnet Close Reading eine auf den Text selbst bezogene, besonders genaue, detaillierte Form des Lesens, welche die vielfältigen strukturellen und semantischen Beziehungen innerhalb eines Texts in ihrer gesamten Komplexität zu erfassen sucht. Ein Close Reader beginnt immer “by making the closest examination of what the poem says as a poem” (Brooks, Well Wrought Urn iii). Die New Critics verstehen die in der Einheit des literarischen Werks aufgehobene Vielschichtigkeit der textimmanenten Beziehungen als Gradmesser für die literarische Qualität von Texten, welche mit Rückgriff auf Kernbegriffe wie Paradoxie, emotionaler oder intellektueller Spannung (tension), Mehrdeutigkeit oder Ironie beschrieben werden.2 Im Zuge dieser Betonung der Einheit und des inneren Gleichgewichts literarischer Texte rückten bestimmte Textsorten ins Zentrum des Interesses: vornehmlich die von Eliot wiederentdeckten Gedichte der metaphysical poets des 17. Jahrhunderts (z. B. John Donne, Andrew Marvell); komplexe moderne Lyrik von Autoren wie Eliot selbst, John Keats oder William Butler Yeats; aber auch William Faulkners und Joseph Conrads Romane sowie Shakespeares Dramen. Mit dieser Fokussierung trug der New Criticism massgeblich zur Kanonisierung bestimmter Autoren bei, welche bereits von zeitgenössischen Beobachtern wie William Carlos Williams und noch stärker von der Kritikergeneration, die in den 1960ern und 70ern an den amerikanischen Universitäten zu lehren begann, als zu eng empfunden wurde.3 In Anlehnung an romantische Bestimmungen der Poesie bei Coleridge und in Ablehnung der durch Wissenschaft und Technik entzauberten modernen Welt wird der literarische Text als ein in sich geschlossenes Kunstwerk verstanden, als quasi-religiöser Rückzugsort und organische Einheit, die Gegensätze und Widersprüche in sich trägt: “a poem has a life of its own, and a sense in which it provides in itself the only criterion by which what it says can be judged” (Brooks, “Criticism”).4 Das literarische Werk trägt seinen Zweck demnach in sich selbst und seine Bedeutung lässt sich nicht in einem anderen Register paraphrasieren, da sich die literarische Sprache grundsätzlich von der Alltags- wie auch der Wissenschaftssprache unterscheide.5 Die Fokussierung der New Critics auf den Text selbst, unter Ausschluss biografischer, historischer oder politischer Kontexte wie auch deren Nichtbeachtung auktorialer Intention und der Wirkung literarischer Texte auf ihre Leser, ergibt sich aus der Vorstellung vom literarischen Kunstwerk als autonomes Objekt ohne äusseren Zweck:6 “[T]he poem in itself, if literature is to be studied as literature, remains finally the object for study” (Brooks und Warren, Understanding iv).7 

Der Begriff des ‘Deep Reading’ wie ihn Sven Birkerts in The Gutenberg Elegies: The Fate of Reading in an Electronic Age (1994) prägte, ist mit dem des Close Reading verwandt aber keinesfalls identisch. Beide Begriffe benennen Lesetechniken, die einen privilegierten, intellektuell bereichernden Zugriff auf Texte ermöglichen. Während das Close Reading aber in erster Linie der kunstvollen Verfasstheit der Texte selbst auf der Spur ist, bezeichnet Deep Reading ein Leseerlebnis: “deep reading: the slow and meditative possession of a book. We don’t just read the words, we dream our lives in their vicinity” (146). Weniger blumig formuliert bezeichnet Deep Reading ein Leseerlebnis, welches auf langsamer, sich in den Text vertiefender Lektüre aufbaut und eine sowohl emotionale als auch kognitive Tiefenwirkung (‘deep thinking’) entfaltet: von der Immersion in fiktionale Welten über deduktive Schlüsse bis hin zur kritischen Auseinandersetzung mit den transportierten Inhalten. Deep Reading ermöglicht Introspektion und verändert Leser. Maryanne Wolf und Mirit Barzillai gehen weiter ins Detail: “By deep reading, we mean the array of sophisticated processes that propel comprehension and that include inferential and deductive reasoning, analogical skills, critical analysis, reflection, and insight” (32). Die Charakteristika des Deep Reading sind letztlich jedoch schwieriger zu bestimmen als seine Nemesis: das oberflächliche, nicht in die Tiefe gehende Lesen, welches elektronische Texte vermeintlich befördern: eine flüchtige Lektüre, die von Hyperlink zu Hyperlink hetzt und Texte überfliegt, scannt und filtert, statt sie zu verstehen. Deep Reading ist also als polemisches Gegenmodell zum Hyper Reading zu verstehen, als Gegengift zu im digitalen Zeitalter zunehmend dominant werdenden, oberflächlichen Lektüreformen, welche Subjekte produzieren, denen Nicholas Carr die wenig schmeichelhafte Bezeichnung “The Shallows” verleiht.8

1.2 Distant Reading

Literaturwissenschaftler, die mit den Techniken des Close und Deep Reading vertraut sind, wissen: sorgfältige Lektüre ermöglicht nicht nur fundierte Beschreibungen textueller Bedeutungskonstitution, sondern erlaubt auch Rückschlüsse auf die Verfasstheit von Wissens- und Diskursformationen der historischen Epoche, in welcher der untersuchte Text zirkulierte. Präzise Messungen letzterer Phänomene waren allerdings bisher aufgrund des Mangels an geeigneten Daten nicht möglich. Obwohl quantitative Methoden in der Literaturwissenschaft nichts Neues sind,9 bietet die zunehmende Digitalisierung literarischer Werke im Rahmen von Projekten wie „Project Gutenberg“ oder „Google Books“ verheissungsvolle neue Möglichkeiten für wissenschaftliche Studien in verschiedenen Forschungsdisziplinen. So hat sich auch die Literaturwissenschaft unter den Bedingungen der digitalen Arbeits- und Medienwelt verändert. Der Trend in Richtung ‘literarischer Darwinismus’, ‘kognitiver Poetik’ oder ‘Culturomics’,10 genereller die zunehmende Tendenz, literarische Fragestellungen im Rahmen einer quantitativ orientierten Geisteswissenschaft mit natur- und sozialwissenschaftlichen Analysemethoden anzugehen, ist unschwer erkennbar.11

Franco Moretti, der den Begriff des ‘Distant Reading’ geprägt und definiert hat, fordert ganz in diesem Sinne “Abstrakte Modelle für die Literaturgeschichte” (Moretti 2009). Im Gegensatz zum Close Reading soll mit Distant Reading Distanz zu den Gegenständen eingenommen werden, um, quasi aus der Vogelperspektive und weg vom Kanon, eine umfassende Analyse der Literatur in ihrer Gesamtheit anzustreben. Es sollen nicht mehr nur die ausgewählten Bücher geschätzter Autoren gelesen werden, sondern auch die grosse Menge vergessener und scheinbar unbedeutender Bücher, die schliesslich einen grossen Teil dessen darstellen, was Literatur überhaupt ausmacht.12 Allein der Buchmarkt im deutschsprachigen Raum umfasst momentan rund eine Million lieferbare Buchtitel; jährlich erscheinen zudem um 90’000 neue.13 Für Alltagsleser wie auch Literaturwissenschaftler ist es unmöglich, hier den Überblick zu bewahren, geschweige denn die Texte zu bestimmen, die einst zum Kanon gehören werden. Für Moretti sind Texte dementsprechend „nicht die eigentlichen Objekte der Literaturgeschichte,“ sondern (in der Übernahme des „typologischen Denkens“ Ernst Mays) „repräsentative Individuen“, die für eine übergeordnete Gruppe wie das Genre oder einen Formtypus stehen. Moretti sieht Literatur nicht als Ergebnis individuellen Schaffens, sondern als Produkt eines kollektiven Vorgangs. Die Transformation von „individuellen Fällen zu Serien; von Serien zu Zyklen; von diesen zu Genres als ihre morphologische Verkörperungen“ ist für ihn deshalb notwendig, um der willkürlichen Auswahl bestimmter kanonisierter Texte die lückenlose Erfassung der gesamten Literaturproduktion entgegen halten zu können.

“Years of analysis for a day of synthesis” zitiert Moretti den Autor Marc Bloch in “Conjectures on World Literature” und verweist damit auf die vielen Stunden, die für die Lektüre von Primär- wie auch Sekundärliteratur und Theorie aufgewendet werden müssen, um in der Literaturwissenschaft auf einen grünen Zweig zu kommen.14 Dabei verkommt die Literaturgeschichte zur Reproduktion der Reproduktion, zur Kopie der Kopie der Kopie. Moretti versucht die grossen Entwicklungslinien innerhalb der weltweiten, kulturübergreifenden literarischen Produktion durch Abstandnehmen in den Blick zu bekommen und fasst dies folgendermassen zusammen: “The more ambitious the project, the greater must the distance be.” Sein Ansatz eröffnet nahezu identische Analysemöglichkeiten für alle Kulturprodukte der Massengesellschaft, sei das nun eine Ansichtskarte, ein Blogeintrag, ein Popsong oder ein Fernsehfilm. Möglich ist dies dank der Digitalisierung und Algorithmisierung unseres Wissens; konkret durch Datenbanken wie Googles Ngram Viewer oder die auf Literature Online digitalisierten Texte und mit Hilfe von Computern, Programmen und “Reading Machines”.15 Diese durchsuchen die massiven Datenmengen in einer Weise, wie es einem einzelnen Menschen nicht mehr möglich ist: Literatur wird zur abstrakten Information; veranschaulicht in Modellen, Clustern, “Kurven, Karten, Stammbäume” (Moretti 2009) oder Netzen. Diese Visualisierungen ermöglichen eine neue Multiperspektivität, den gewünschten Blick aus der Ferne und bieten neue Interpretationsgrundlagen.

Ein Beispiel: Menschen und Computer identifizieren Genres auf sehr unterschiedliche Weise. Erkennt der Mensch den Schauerroman (Gothic Novel) etwa aufgrund der düsteren und unheimlichen Stimmung, dazu passenden Schauplätzen wie Klöstern und alten Schlössern, oder vielgenannten Begriffen wie beispielsweise “Gewölbe” oder dem Adjektiv “dunkel”, führt die computergestütze Korpusanalyse – in diesem Beispiel von 7’733 Werken von 537 Autoren – zu einem anderen Ergebnis: Der Computer erkennt dieses Genre anhand des häufigen Vorkommens des bestimmten Artikels ‘the’.16 Dieses Beispiel suggeriert, dass der Mensch ohne Hilfe des Computers gewisse formale Aspekte der Literatur unter Umständen schwer erkennen oder nur unbewusst wahrnehmen kann.17

Der Weg führt nach Moretti also fort vom Close Reading einzelner Werke und hin zu Distant Reading und sozial- und naturwissenschaftlichen Visualisierungstechniken. Moretti
interessiert nicht die Ausnahme, sondern die Regel, nicht die verborgene Bedeutung in einem Text, sondern die systematische Annäherung an ihn, er will lieber auswerten als interpretieren und aufzeigen statt decodieren. Was er anstrebt, ist eine computergestützte, diagrammatische Literaturwissenschaft, die sich von der Objektzentriertheit zu lösen vermag und sich zunehmend an Prozessen und Relationen ausrichtet. “What we really need”, schreibt er, “is a little pact with the devil: we know how to read texts, now let’s learn how not to read them.”18 Auf dem Weg zu diesem literaturwissenschaftlichen Pakt mit dem Teufel und der Technik findet sich eine weitere digitale Lesetechnik, die von einer weit breiteren Öffentlichkeit praktiziert wird. Noch bevor die Distant Readers mit ihren Grafiken auf den Plan traten, bewältigten Millionen von Lesern bereits grosse Textmengen mit Hilfe des Hyper Reading. 

1.3 Hyper Reading und Social Reading

Auf die tatsächliche Praxis bezogen ist der Begriff des Hyper Reading bis heute schwer fassbar. Während sich James Sosnoski (1999) in seinem frühen Definitionsversuch noch sicher war, dass unter Hyper Reading “screenbased, computer-assisted reading practices” (2) zu verstehen ist, zweifeln andere an Sosnoskis Eingrenzung auf dieses eine Medium und benutzen den Begriff in einem weiteren Sinne, welcher sich auch auf Printmedien erstreckt (Finnemann 25). Was die Praxis des Hyper Reading aber definitionsübergreifend auszeichnet, ist das alineare Lesen, welches sich im Medium Computer im Gegensatz zum klassischen Buch aufdrängt und sich deshalb, so scheint es, zu einer kulturell dominanten Lesetechnik entwickelt (Krowston 126). Sosnoski definiert neun Strategien des Hyper Reading:

  1. Filtern von Text (filtering)

  2. Überfliegen von Text (skimming)

  3. Herauspicken von Text (pecking)

  4. Privilegierung der Leserintention (imposing)

  5. Privilegierung von graphischen Elementen als Bedeutungsträger (filming)

  6. Überschreiten textueller Grenzen durch cutting und pasting (trespassing)

  7. Entautorisierung der Autorin in ihrer Intention, sowie in ihren Besitzansprüchen;

    Anonymisierung des Texts (de-authorizing)

  8. Fragmentieren des Texts (fragmenting)

Von den aufgezählten Strategien umschreiben mindestens vier Modi des alinearen Lesen (1-3 und 8): das Filtern von Text (filtering) bezeichnet die Strategie des selektiven Lesens, in welcher gewisse Texte über ein (maschinelles) Suchverfahren ausgesucht werden. Für den Hyper Reader ist das sogenannte skimming eine wichtige zweite Strategie für das weiträumige Überfliegen der überaus grossen Textmengen, die ihnen täglich auf dem Bildschirm begegnen. Hinzu kommt pecking, ein willkürliches Herauspicken von Passagen, welches die Struktur und Kohärenz des Texts aufbricht. Die vierte Strategie des alinearen Lesens ist das Fragmentieren von Text (fragmenting), welches das Herausbrechen von wichtigen Textfragmenten, die eine neue Textkonstellation bilden, bezeichnet (Sosnoski 3).

In How We Think (2012) ergänzt N. Katherine Hayles diese Auflistung um zwei weitere Techniken: das Nebeneinanderstellen verschiedener Fenster oder Tabs (juxtaposing) und das Scannen von Texten auf ihre Schlüsselpassagen hin (scanning). Auch diese beiden Techniken beschreiben Formen des alinearen Lesens (61). Unter Hyper Reading kann folglich eine bildschirmbasierte, alinear verlaufende und eher vom Leser als vom Text gesteuerte Lesepraxis verstanden werden (61). Durch die Alinearität des Hyper Reading wird die Leseerfahrung ihrer linearen Zeitlichkeit enthoben und vermehrt zu einem räumlichen Phänomen, welches eine neue, räumlich orientierte Form der Zeitlichkeit hervorbringt, die mit dem Lesen einer geographischen Karte verglichen werden kann. In diesem Raum scheinen die Leser nach einem ökonomisch motivierten Prinzip zu handeln: sie gehen möglichst effizient mit ihren Ressourcen und Möglichkeiten um.
Durch die Praxis des Hyper Reading ermöglicht und auf ihr aufbauend hat sich in der Online-Welt eine weitere neue Form des Lesens, das Social Reading, formiert. 

Im weitesten Sinne kann unter Social Reading ein online stattfindender, dauerhafter Austausch über Texte verstanden werden (Pleimling par. 2). Im Vergleich zu seinem Offline-Äquivalent, dem Buchclub, zeichnet sich das Social Reading durch seine Dauerhaftigkeit aus, da alle Aussagen zu einem Text sichtbar bleiben, während sie in der Face-To-Face-Kommunikation der Vergänglichkeit mündlichen Sprachgebrauchs anheimfallen. Durch die ‘In-The-Margins- Discussion’, einer Kommentarfunktion, die es erlaubt, Kommentare direkt im Text zu platzieren, wird eine synchrone Form der themen- und textstellenbezogenen Diskussion ermöglicht, welche die asynchrone Diskussion von Texten (eine ewig sich verlängernde, chronologische Liste von Aussagen) weitgehend ersetzt (Stein 4). Als Beispiele für diese Art des Social Reading liessen sich etwa Pilotprojekte wie CommentPress19 oder The Golden Notebook Project20 anführen. Ersteres ist ein Programm, welches Texte in eine Unterhaltungsplattform transformiert, indem es eine Kommentarfunktion am Rande jedes Abschnitts oder Absatzes bereitstellt, in welchen dann von einer entstehenden Gemeinschaft textstellenbezogen und in diesem Sinne synchron diskutiert werden kann. The Golden Notebook Project formiert sich visuell ähnlich, wobei es sich hier um eine geschlossene Social Reading Community von sieben Leserinnen handelt, welche sich über Doris Lessings Roman The Golden Notebook öffentlich austauschen und ihre Kommentare so für die Onlinegemeinschaft als Teil eines neuen Textkonstrukts bereitstellen.

Ob es sich bei diesen Diskussionen eher um eine Form der ‘sekundären Oralität’ (secondary orality), also einer schriftlichen Diskussion, welche Züge einer mündlichen Kommunikation trägt, handelt, sei an dieser Stelle offen gelassen (Ong 136). Zumindest versucht eine solche Lese- und Diskussionspraxis ein reflektiertes Lesen von digitalen Texten zu fördern, da der Leser zum Verweilen und Kommentieren motiviert wird, statt von Hyperlink zu Hyperlink gehetzt zu werden (Dresang 104). Durch die Dauerhaftigkeit und Synchronizität der Kommunikation über Texte werden klassische zeitliche und räumliche Strukturen aufgehoben. Der Text eröffnet sich dem Leser als diskursiver Raum, in welchem sich der gesamte Leseprozess einer Gemeinschaft wie ein Abbild oder eine Landkarte darstellt. Solche Abbilder vom Leseprozessen setzen “gläserne Leser” voraus; die gesamte ausdrückliche Interaktion des Lesers mit einem Text wird dokumentiert und kann wissenschaftlich oder ökonomisch weiter verwendet werden (Pleimling par. 16).

Unsere Begriffsbestimmungen und -geschichten haben bereits eine Reihe von Fragen aufgeworfen. Welche Formen des Alltagslesens werden durch die Propagierung literaturwissenschaftlicher Methoden delegitimiert? Welche Distinktionsstrategien kommen bei der Etablierung neuer professioneller Lesetechniken zum Einsatz? Was bringt uns das rasche Scannen und Filtern von Texten beim Hyper Reading und wieviel von der Lektüre bleibt im Gedächtnis hängen? Im Folgenden werden diese und weitere Fragen unter drei Gesichtspunkten besprochen: die gesellschaftlichen, wissenschaftspolitischen und epistemologischen Auswirkungen der hier thematisierten Lesetechniken. 

2. Kritik

2.1 Kulturkritik

Das Close Reading versprach, die Literatur in all ihren Facetten zu erfassen und damit zur Verankerung ihres Reichtums im kulturellen Gedächtnis beizutragen. In ihrem Komplexitätsbewusstsein und ihrer Detailbezogenheit versuchen Close Readers literarischen Werken gerecht zu werden und heben damit auch deren Autonomie- und Kunstcharakter hervor. In diesem Kunstverständnis bleibt die Literatur dem Menschen und der Gesellschaft merkwürdig entzogen; sie steht ihm als eigenständige Einheit gegenüber, welche es fortwährend zu enträtseln gilt. Die Behandlung, welche Literatur durch das Close Reading erfährt, erhebt sie zu einer ästhetischen Instanz, welche, so lehren uns bereits die New Critics, vor allem aber Adorno, paradoxerweise gerade in ihrem Autonomiecharakter und ihrer Verschlossenheit in einen kritischen Dialog mit der Gesellschaft tritt (statt sich nahtlos in sie einzufügen oder engagiert zu sein) und vielleicht daher sogar die Macht besitzt, diese aufzubrechen und umzugestalten.

Genau diese Charakteristika des Close Reading bringen jedoch auch Nachteile mit sich; der bewusst oder unbewusst durch die Bevorzugung komplexer, kunstautonomer literarischer Werke propagierte Kanon liess grosse Teile der Frauen- und Minoritätenliteratur wie auch als unterkomplex oder gefühlsduselig empfundene Schreibformen wie etwa die empfindsame Literatur ausser Acht und verhinderte gar eine Beschäftigung mit diesen.21 

Das Close Reading suchte sich seine Zielgruppe schon immer aus, und lässt einen Grossteil der literarischen Produktion durch sein wertendes Raster fallen. Und natürlich sind die Bewertungskriterien des New Criticism und des aus ihm hervorgegangenen Close Reading im historischen Kontext der literarischen Moderne zu verstehen. Es ist kein Zufall, dass T. S. Eliot einer der prominentesten Ideengeber der New Critics war. Der ausgesprochen starke Literaturbegriff des New Criticism kann nicht unhinterfragt als Massstab für die zeitgenössische Literatur gelten, in der auch weniger ostentativ poetische und komplexe Texte ihren Platz finden.

In Abgrenzung zum Close Reading zeichnet sich in Morettis Vision des Distant Reading die Möglichkeit ab, sämtliche existierenden literarischen Werke überblick- und analysierbar zu machen. Genau in diesem Punkt scheint der gesellschaftliche Nutzen des Distant Reading zu liegen, denn Maschinen können enorme Datenmengen in Sekundenschnelle mit Hilfe immer gleicher Algorithmen bearbeiten, auswerten und speichern. Damit nehmen sie etwa die Funktion einer Denkprothese quantitativer Art ein, welche es der Gesellschaft ermöglichen könnte, die Gesamtheit der Literatur zu erfassen und zu archivieren, ohne aussortieren zu müssen. Das Resultat wäre idealerweise ein demokratisiertes kulturelles Gedächtnis. Gleichsam würde es Literaturwissenschaftlern ermöglichen, sich an eine Analyse des Megatextes der Weltliteratur zu wagen und sich alle literarischen Auswüchse einzuverleiben.

Bedingt durch die Arbeitsweise des Distant Reading müssen allerdings alle Texte letztendlich in Zahlensysteme übersetzt werden. Literarische Sprache wird dabei zum empirisch-binären Datensatz und in Algorithmen und Statistiken aufgelöst. Damit führt das Distant Reading weg vom Literarischen des Texts und lässt uns die Ästhetik des Kunstwerks vergessen. Die Kraft der Literatur scheint aber gerade in ihrer Literarizität und ihrer sprachlichen Alterität zu liegen. Es ist ein Wesenszug der Literatur, dass sie ihre Wirkung auf den Menschen dank ihres Kunstcharakters entfaltet und ihn genau dadurch zu bewegen weiss.22 Es bleibt zu diskutieren, ob Literatur als ein mit Hilfe sozial- und naturwissenschaftlicher Methoden analysierbarer Datensatz zu verstehen ist, der determinierbaren Strukturen und Regelmässigkeiten folgt, oder ob es doch ihre poetische, sprachästhetische Funktion ist, die es zu bewahren und interpretieren gilt. 

Im heutigen digitalen Zeitalter macht das Internet sowohl literarische Werke als auch Gebrauchstexte einem immens vergrösserten Teil der Weltbevölkerung zugänglich und hält sie allzeit zugriffbereit. Die sprunghafte und ökonomisierte Lesemethode des Hyper Reading erscheint in diesem Kontext als Reaktion auf und Anpassung an die Unmengen an Text, welche uns neue Medien wie das World Wide Web eröffnet haben. Die Offenheit des Hypertextformats macht es Lesern möglich, sich wie der Benjaminsche Flaneur durchs Internet zu bewegen und dabei ihren eigenen Text zusammenzustellen.23 Eben dies – die Offenheit des Texts und die Flaneurhaltung der Leser – hat aber auch eine Schattenseite: Zerstreuung und Oberflächlichkeit. Die Leser bleiben durch ihr schnelles und sprunghaftes Leseverhalten stets an der Oberfläche des Textes, verhalten sich ökonomisch und lesen nur, was ihnen kommensurabel erscheint. In einem zweiten Schritt können derartige Standardisierungsprozesse im Leseverhalten sowohl Rückwirkungen auf die Textproduktion haben als auch eine Nachfrage nach entsprechenden Angeboten generieren.; die Produktion und Vermarktung von Texten, die einer möglichst grossen Leserschaft zusagen. Derartige Standardisierungsangebote bergen die Gefahr, dass gesellschaftlicher Sprachreichtum und die Diversität der Literatur beschnitten werden. In Gebrauchstexten, wie etwa Onlinezeitungen, geschieht dies bereits.24

Beim Social Reading werden die traditionellen Zeit- und Raumstrukturen des Lesens dank einer permanenten und synchronen Diskussionsstruktur überschritten. Dieses Überschreiten eröffnet der Diskussion über literarische Texte eine neue Ebene des Austauschs. Im digitalen Raum sind tatsächlich, man erinnere sich an die Habermas’sche Ideale Sprechsituation,25 alle Diskussionsteilnehmer gleichberechtigt;26 alle können Diskussionen initiieren und haben theoretisch die gleiche Autorität, da im Netzwerk des Social Reading Anonymität herrscht. Wichtiger noch ist die Dauerhaftigkeit der Diskussionen, die es erst möglich macht, geographische und zeitliche Grenzen zu überschreiten, da Aussagen über längere Zeit sichtbar bleiben, und nicht wie beispielsweise in einem Chat von kontinuierlich neu eintreffenden Nachrichten verdrängt werden. Dies könnte, so darf man vielleicht hoffen, zum ersten Mal zu einer dynamisch-globalen Lesegemeinschaft führen, welche relativ egalitär und nicht-profitorientiert funktioniert. Zudem sind Social Readers dazu angehalten, kommunikativ zu handeln: sie müssen auf die Verständlichkeit ihrer Kommentare setzten und somit an die Vernunft ihrer Kommunikationspartner appellieren. Aus diesen Diskussionen entsteht zusätzlich ein neuer Text; der Megatext aus literarischem Werk und dem Leseprozess seiner Rezipienten, sowie deren Interaktionen und Kommentare.

Dieselbe Art von Leseverhalten bringt jedoch auch den sogenannten “gläsernen Leser” hervor. Dieser speist durch seinen Leseprozess alle möglichen Daten in das System eines sozialen Netzwerkes ein; etwa welche Seiten er überspringt, was er spannend fand und wo er es anders gemacht hätte. Diese Daten werden gesammelt und könnten zu einer Standardisierung sowohl unseres Leseverhaltens als auch der literarischen Produktion beitragen. Der massenproduzierten Trivialliteratur wird dadurch Tür und Tor weiter geöffnet. Der bunte Mischwald der Bücher wird vom monokulturellen, schwarz-weissen Birkenwäldchen verdrängt. 

Die Situation erinnert an das Szenario der Kulturindustrie, in welchem die Gesellschaft vollständig in den ins Unbewusste absinkenden Arbeitskreislauf eingeschlossen wird, in welchem sie (die Menschen) in der Freizeit genauso produktiv sind wie im ökonomischen Kreislauf, in dem sie auch dort konsumieren und, in diesem Fall sogar produzieren, nämlich Daten zur Optimierung der Kulturindustrie.27 Nebst der fast utopischen Möglichkeit einer globalen egalitär-aufgebauten Lesegemeinschaft birgt das Social Reading die Gefahr des fortschreitenden Zerfalls des autonomen Kunstwerks in sich. Sowohl die digitale Zurichtung literarischer Texte für das Social Reading wie auch die Lektürepraxis von Social Readers selbst unterstützen die Annektierung der Kunst an den Apparat der Kulturindustrie, in welchem die Beziehung zwischen Literatur und Leser rein ökonomischen Prinzipien folgt. So verliert die Kunst ihr Widerstandsmoment, in dem sie rein konsumkonform und auf kurzweilige Unterhaltung der Gesellschaft und deren Zerstreuung hin konstruiert wird.28 Zwischen gläsernem Leser und egalitärer Lesegemeinschaft, zwischen Dystopie und Utopie, öffnet sich ein weites diskursives Feld, in dem wissenschaftliche Rhetorik und Distinktionsstrategien eine gewichtige Rolle spielen. 

2.2 (Wissenschafts-)politische Implikationen

Ein Blick auf die Arbeiten von Bob Stein, Sven Birkerts und Franco Moretti zeigt, dass es bei ihren Interventionen ebenso stark um Anerkennung innerhalb der Wissenschaftsgemeinde und öffentliches Ansehen geht wie um Inhaltliches. Sie versuchen sich zwischen wissenschaftlichem Prestige und gesellschaftlicher Deutungsmacht zu positionieren und erheben dabei die Medien zu Bündnispartnern. So lieferte beispielsweise Nicholas Carr mit seinem provokativen und medienwirksamen Essaytitel „Is Google making us stupid?“ die Headline einer ganzen Reihe von pessimistischern Folgeartikel im Zusammenhang mit der Internetnutzung und der damit einhergehenden Veränderung unseres Leseverhaltens und deren Einfluss auf unser Denken. Neuere Begriffe wie ‘Social Reading,’ ‘Hyper Reading’ und ‘Deep Reading’ werden von einer breiten Öffentlichkeit wahrgenommen, was ihren Schöpfern nebst ohnehin schon knappen ökonomischen Ressourcen (Forschungsgelder, ansehnliche Buchverkäufe) weitere wertvolle Güter einbrachte: Reputation, Prestige und Status. Mit Bourdieu gesprochen haben sie viel symbolisches Kapital angehäuft. Der Kampf um die Deutungshoheit innerhalb der Literaturwissenschaft bleibt trotzdem aktuell, was wohl auch daran liegt, dass innerhalb des wissenschaftlichen Feldes die Konkurrenten immer zugleich Produzenten, Konsumenten, Kritiker und Richter eigener und anderer Produkte sind. Die Leistungen anderer Wissenschaftler dienen oft sowohl für die Entwickler neuer Theorien und Methoden als auch für die Verteidiger etablierter Zugänge zur Literatur als Negativfolie, deren blinde Flecken zwecks Reputationssteigerung überzeichnet werden. 

Es kommt also nicht von ungefähr, dass Moretti in der Einleitung zu Kurven, Karten, Stammbäume die quantitativ orientierte Literaturwissenschaft in klarer Abgrenzung zum New Criticism einführt und sich rühmt, mit seiner Methode nicht nur auf gesellschaftliche, literatur- und kulturhistorische Kontexte verzichten zu können, sondern auch auf einen eng definierten Kanon. Dank bewusster Reduktion und der mit Hilfe von Algorithmen gewonnenen Distanz kann, so Moretti, das Distant Reading genau das aufzeigen, was Vertretern des New Criticism verborgen bleibt: übergeordnete Formen und Modelle. Das Distant Reading beansprucht den Begriff der Demokratisierung so wie Richards ihn für das Close Reading reklamiert. Allerdings in umgekehrter Form: Nicht zur Förderung des aufmerksamen Denkens, sondern im Hinblick auf die Inklusion möglichst aller Texte; das Distant Reading setzt den Schwerpunkt also auf Quantität statt Qualität. In der totalen Ablehnung des hermeneutischen Zugriffs auf Texte strebt Moretti mit seiner Methode der empirisch-quantitativen Literaturanalyse das an, was bereits die Strukturalisten anstrebten: einen wissenschaftspolitischen Paradigmenwechsel weg von der mikroperspektivischen Analyse von Einzelwerken hin zur makroperspektivischen Bestimmung der allen literarischen Texten, Gattungen und Schreibstilen zugrundeliegenden Strukturen.29 Mit Hilfe graphischer Visualisierungen versucht Moretti Gemeinsamkeiten und historische Entwicklungen der gesamten Literatur anhand beeindruckend grosser Textkorpora aufzuzeigen. Ihm und den Vertretern der quantitativ orientierten Literaturwissenschaft gelingt es dadurch tatsächlich, das von den New Critics und ihren Nachfolgern eng geschnürte Korsett des Kanons zumindest teilweise aufzusprengen.

Einen wiederum ganz andern Zugang zu Literatur wählten Ende der 1990er Jahre Vertreter des Social Reading. Nicht Kontextunabhängigkeit, sondern transparente Kontextabhängigkeit ist bei dieser Lesetechnik, die auf früheren Formen der gemeinschaftlichen Lektüre in Lesekreisen aufbaut, gewünscht. Somit kann und soll jeder Benutzer mit Internetanschluss unabhängig von seinem Wissensstand in die Textdiskussion miteinsteigen. Jeder Kontext – z. B. dass die Autorin eines Werks eine alleinerziehende Mutter und überzeugte Marxistin ist oder der Umstand, dass sich die Leserin gerade von ihrem Mann getrennt hat – darf und soll in die Textinterpretation hineinfliessen. Diese persönlichen Faktoren, die die jeweilige Deutung der Texte mitbestimmen, sind je nach Benutzerprofil oder anhand des Kommentars ersichtlich. Die Daten sowie die Metadaten und Metametadaten, welche Social Readers mit ihren Kommentaren ins Netz speisen, ermöglichen Literaturwissenschaftlern (und unbemerkten Datensammlern wie Amazon und Co.)30 

interessante Einblicke ins Rezeptionsverhalten einer grossen Anzahl von Lesern und geben Aufschluss über Leser-Leser- und Autor-Leser-Interaktionen, wodurch neue demokratische Möglichkeiten der Kommunikation und Wissensbildung bereitgestellt werden. Der Übergang zu vernetzten digitalen Kultur ermöglicht eine Bewegung in Richtung verstärkter Zusammenarbeit und Demokratisierung, was als zentrales Element (wenn auch auf sehr unterschiedliche Weise) beiden digitalen Lesetechniken (Social und Distant Reading) gemein ist. Dies wird auch Bob Stein (Leiter des Institute for the Future of the Book)31 nicht müde zu betonen und zeigt, wie sehr Sprache als Distinktionsmechanismus die Positionierung und Aufrechterhaltung von Forschungsbeziehungen beeinflussen und strukturieren kann.32 “We all grew up with the sense that reading and writing are solitary behaviors […]. The shift to networked digital culture enables a move toward increased collaboration [...]. We need to learn to focus many eyes on a question. And it turns out that reading together online enables people to think together.”33

 

Unsere Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Lesetechniken zeigt sehr deutlich, dass auch das wissenschaftliche Feld rund um die Literaturwissenschaft ein Kräftefeld ist, in dem Kämpfe um Bewahrung und Veränderung der Machtverhältnisse stattfinden. Dass allerdings — als Antwort auf die stetig steigende Digitalisierung immenser Textmengen und die ‘alles ist neu’ 

und ‘alles ist möglich’-Rhetorik von Wissenschaftlern wie Moretti – auch in der Literaturwissenschaft der Wunsch entstand, endlich einmal ‘alles’ mit in die Analysen miteinzubeziehen (gemäss Google sind das rund 129.864.880 Bücher), scheint aufgrund des technischen Fortschrittes eine logische Entwicklung.34 Doch wie es scheint, kann dieses ‘alles’ nur durch die Kombination verschiedener Lesetechniken erreicht werden. So sieht etwa Stephen Ramsay die Zukunft der Literaturwissenschaft in der gegenseitigen Befruchtung computergestützter Textanalysen und den letztlich (trotz Objektivitätsanspruch) subjektiv geprägten Lektüren von Close Readers und, so könnte man ergänzen, den intuitiv-subjektivistischen Beiträgen von Social Readers. Aus dieser Perspektive leitet Franco Morettis teils polemisch formulierte Methode des Distant Reading nicht das Ende der Interpretation ein, sondern kann “gar einen synergetischen Effekt haben, wenn erkannte Mengen- und Strukturmerkmale neue Fragestellungen generieren, die sich dann wiederum verschiedentlich beantworten lassen.”35

2.3 Erkenntniswert

Aus erkenntnistheoretischer Sicht liegt die grösste Stärke der historisch frühesten hier besprochenen Lesetechnik, dem Close Reading, gerade in ihrer Beschränktheit. Die bewusste Einschränkung des Blicks auf das gedruckte Wort ermöglicht eine besonders detailgetreue Analyse der strukturellen Komplexität und inhärenten semantischen Vielfältigkeit von Texten. Zudem schärft das Close Reading den Blick für die Alterität literarischer Sprache und, darauf aufbauend, die formale und funktionale Pluralität der in der Gesellschaft zirkulierenden Sprachspiele. Dass dabei einiges von dem, was für viele Leser die Literatur ausmacht (ihre Zeit- und Gegenwartsbezüge, ihre gesellschaftspolitische Wirkung; ihre Zurschaustellung alternativer Sichtweisen und Lebensweisen) erstmal aussen vor gelassen wird, schränkt den Erkenntniswert des Close Reading nur sehr bedingt ein. Denn die von den New Critics in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in polemischer, wissenschaftspolitischer Absicht formulierte Absage an sämtliche Formen des kontextualisierenden Lesens muss keinesfalls als Richtschnur dienen für textzentriert arbeitende Literaturwissenschaftlerinnen des frühen 21. Jahrhunderts. Dass sich gerade Close Reading und historisch-politische Zugänge zur Literatur nicht ausschliessen, zeigt sich exemplarisch an den in Frank Lentricchia und Andrew DuBois’ 

Aufsatzband Close Reading: The Reader (2003) versammelten Essays, welche werkimmanente und kontextualisierende Methoden gewinnbringend verschränken.36 Ähnlich wie beim Close Reading liegt der Erkenntniswert des Deep Reading ebenfalls in seiner Beschränktheit begründet. Die Stärke dieser Lesetechnik liegt allerdings weniger in analytischer Schärfe denn in der intellektuellen und emotionalen Wirkungsmacht, welche die Textlektüre in denjenigen Lesern entfachen kann, die den allgegenwärtigen Angeboten zur Ablenkung und multimedialen Zerstreuung widerstehen und sich ganz auf den Text einlassen. Wenn man den jeweiligen Erkenntniswert von Close Reading und Deep Reading in den Blick nimmt, zeigt sich besonders klar, dass die beiden zwar enge Verbündete, nicht aber ein Zweiergespann sind. Denn ein immersives, in den Text (und seine fiktionalen Welten) eintauchendes Deep Reading kann nicht zeitgleich stattfinden wie ein die textuelle Oberfläche sezierendes Close Reading.

Wenn Sie versuchen, sich einen Close Reader oder einen Deep Reader bei der Lektüre vorzustellen, dann sehen Sie wohl ein einzelnes, tief in den Text versenktes Individuum vor Ihrem inneren Auge. Das Social Reading verspricht, dieses individualistisch-monologische Moment des Close Reading in zweierlei Weise zu überwinden. Zum einen stehen die beteiligten Leser in einem ständigen, in virtuellen Räumen stattfindenden Austausch mit anderen Lesern, in einem dynamischen, dialogischen Prozess des Lesens und Kommentierens. Das Social Reading kann demnach als Remediatisierung der älteren Institution der Lesegruppe im digitalen Zeitalter verstanden werden. Zum anderen könnte man sich zumindest vorstellen, dass im Prozess des Social Reading so etwas wie kollektive Interpretationen von Texten entstehen können. Ein Augenschein bei tatsächlich existierenden Social Reading Foren wie krimi-couch.de mit rund 14’000 Besuchern täglich, Rob Grays an der University of South Alabama angesiedeltem “EH 226: American Lit II” oder dem bereits erwähnten The Golden Notebook Project zeigen, dass der jeweilige Erkenntniswert allerdings stark sowohl von den Möglichkeiten des Interface wie auch der Lesekompetenz der einzelnen Kommunikationsteilnehmer abhängt. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang auch, dass beim Social Reading zumindest ein Teil der Lektüre am Computerbildschirm stattfindet, was sowohl die Chancen als auch die Risiken des Hyper Reading in sich birgt.

Das Hyper Reading ist, anders als das Close Reading, eine alltägliche, nicht-professionelle Lesetechnik. Zudem wird es im Gegensatz zum Close Reading nur selten bewusst gewählt und stellt in vielen Fällen schlicht den von der Computertechnologie vorgegebenen und damit zumindest aus pragmatischer Sicht adäquaten Umgang mit digitalen Texten dar. Die beiden Lesetechniken zielen dann auch auf ganz unterschiedliche Erkenntnisse ab: beim Close Reading geht es um eine eingehende und dementsprechend zeitaufwändige Analyse der Form und Bedeutung einzelner Texte; beim Hyper Reading um zeitökonomisch effizientes Gewinnen von Überblick und Orientierung in ansonsten unüberblickbar weiten multimedialen Datenräumen. Die beiden Techniken können zwar nicht zeitgleich praktiziert, wohl aber sequentiell kombiniert werden. Es sei dahingestellt, ob Carrs apokalyptische Warnung zutrifft, dass regelmässiges Hyper Reading neuronale Veränderungen anstösst, welche die Fähigkeit zum Deep und Close Reading signifikant beeinträchtigen. Dies ist auch deshalb so, weil sich Lesen am Bildschirm und Close Reading keineswegs zwingend gegenseitig aussschliessen. Abgesehen davon macht es aus den genannten Gründen allerdings wenig Sinn, Close Reading und Hyper Reading gegeneinander auszuspielen.

Wenn auch Vertreter des Distant Reading dieses in ihrem Streben nach Distinktionsgewinnen gegen das Close Reading ausspielen, so ist zunächst einmal festzuhalten, dass es sich auch hier um komplementäre Lesetechniken handelt, die grundsätzlich unterschiedliche Erkenntnisse befördern. Das Distant Reading will nicht Einzelwerke analysieren, sondern mit Hilfe von Datenbanken, Suchalgorithmen und Visualisierungen die grossen historischen Entwicklungslinien der Literatur in ihrer Gesamtheit über Dekaden und nationale Grenzen hinweg aufzeigen. Die Resultate dieser Methode sind vorerst, um nochmals den Titel von Morettis einflussreicher Monographie zu zitieren, Kurven, Karten, Stammbäume. Eine auf diesen Ergebnissen aufbauende Interpretation der quantitativ erfassten Texte wird weder geleistet noch angestrebt. Trotzdem müssen sich Anhänger des Distant Reading die Frage gefallen lassen, wie eine Methode, die nicht nur textexterne Kontexte, sondern auch textinterne Relationen ausblendet, verlässliche Aussagen über kulturelle Artefakte machen kann, in denen, wie wir seit de Saussure wissen, Bedeutung aus Relationen und Differenzen zwischen Zeichen erwächst. Dass mit der Methode des Distant Reading auch nicht-kanonisierte literarische Werke in die Betrachtung miteinbezogen werden, ist ihr positiv anzurechnen. Allerdings wurde der Kanon unter Schlagwörtern wie canon revision und recovery work zumindest in der englischsprachigen Literaturwissenschaft bereits seit den 1980er Jahren ohne Rückgriff auf quantitative Methoden äusserst erfolgreich erweitert.37 Da das Distant Reading ja gerade die Literatur in ihrer amorphen Gesamtheit in den Blick bekommen und nicht den Kanon gezielt um bisher ausgeschlossene Autor/innen und Textsorten ergänzen will, schärft es nicht unser Bewusstsein für die (ethnische, stilistische) Vielfalt der Literatur. Damit kommt der demokratisierende Impetus bisheriger Kanonrevisionen weitgehend abhanden.

Schlusswort

Die hier besprochenen neuen Lesetechniken entwickelten sich im Kontext der digitalen Textverarbeitung und einer Netzwelt, welche Texte und Medien aller Art rhizomartig miteinander verbindet. Heutige Autoren und Rezipienten sehen sich mit einem schier unendlichen Netz von Textsträngen und Knotenpunkten konfrontiert, das sich einer ganzheitlichen Erfassung entzieht und uns zu entgleiten droht. Versuche, sich in dieser Welt zurechtzufinden, enden oft in einem Sich-Verlieren. Die neue Welt des Digitalen verlangt nach neuen Arten der Lektüre und Interpretation. Lange Zeit gediehen neue Lesetechniken wie Hyper Reading und Social Reading relativ unreflektiert und als gesellschaftlich Unbewusstesvor sich hin. 25 Jahre nach der Aufschaltung des grössten Hypertexts der Welt, dem World Wide Web, beginnt eine zögerliche Auseinandersetzung mit dem längst veränderten Leseverhalten im digitalen Raum. Zugleich versucht sich die Literaturwissenschaft mit Hilfe des Computerrechners ins Reich der empirisch-quantitativen Wissenschaften zu erheben

Unsere Auseinandersetzung mit diesem Themenbereich hat gezeigt, dass sich die Diskussion über und um die einzelnen Lesetechniken all zu oft auf eine Diskussion über das gedruckte Buch und die digitalen Medien verschiebt. Denn aufgrund der Digitalisierung ist das Buch keineswegs mehr ein unangefochtenes Leitmedium. Es ist daher höchste Zeit, dass wir die neuen Lesetechniken auf ihre Chancen und Risiken hin befragen. Wir verstehen unseren Aufsatz als Beitrag zu einer kritischen Analyse der Vor- und Nachteile neuer Formen des Lesens im Vergleich zu etablierten Methoden wie dem Close Reading und Deep Reading. Es steht der Literaturwissenschaft – als eigenständige oder als interdisziplinäre Forschungsdisziplin – grundsätzlich offen, ob sie Literatur als Kunst, als Datenspeicher oder als beides betrachtet und erforscht. Letztlich geht es darum, eine Methode zu entwickeln, welche die Vorteile der traditionellen Lesetechniken mit den bereits an die Netzwelt angepassten Strategien synthetisiert, um eine Neupositionierung des Fachs gegenüber der veränderten Welt literarischen Texte zu ermöglichen. 

 

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Fussnoten
  1. Siehe dazu etwa Goodwin, Jonathan und Holbo John, hrsg. Reading Graphs, Maps, Trees: Responses to Franco Moretti. Anderson, S.C.: Parlor Press, 2011.  zurück
  2. Die einflussreichsten Texte sind hier Empsons Seven Types of Ambiguity (1930), Tates “Tension in Poetry” (1938) und Brooks’ “Irony as a Principle of Structure” (1949) und (für Paradoxie) The Well Wrought Urn (1947).  zurück
  3. Dieser Befund lässt sich insbesondere an der fast vollständigen Gleichgültigkeit der New Critics gegenüber Schriftstellerinnen und nicht-weissen Autoren festmachen (Cain 545-58).  zurück
  4. Richards’ Aufsatz “How Does a Poem Know When It Is Finished?” (1963) enthält die wohl vehementeste Bekräftigung der Organizität von Gedichten: sie sind “living, feeling, knowing beings in their own right; the so-called metaphor that treats a poem as organic is not a metaphor, but a literal description. A poem is an activity, seeking to become itself” (165).  zurück
  5. Zur ‘Häresie der Paraphrase’, siehe Brooks, The Well Wrought Urn 157-75.  zurück
  6. Hier sind insbesondere auch William K. Wimsatt, Jr. und Monroe C. Beardsleys zwei einflussreiche programmatische Aufsätze “The Intentional Fallacy” (1946) und “The Affective Fallacy” (1949) zu nennen.  zurück
  7. Letztere Kunstauffassung wie auch die Ablehnung der Form-Inhalt Dichotomie und der Wille, das Studium der Literatur als eigenständige, möglichst objektive Wissenschaft zu etablieren, ist mit den Zielen des fast zeitgleich entwickelten Russischen Formalismus (Viktor Šklovskij, Boris Ėjchenbaum) verwandt. In methodischer Hinsicht ist das Close Reading als “intrinsische” Methode eng mit dem verbunden, was im deutschsprachigen Bereich ‘werkimmanente Interpretation’ und im französischsprachigen Bereich ‘explication de texte’ oder neuer ‘microlecture’ genannt wird. René Wellek und Austin Warren skizzieren die grundlegende Unterscheidung zwischen “intrinsischen” und “extrinsischen” (biografischen, historischen, psychologischen und soziologischen) Zugängen zur Literatur in ihrer Theory of Literature.  zurück
  8. In seiner Polemik The Shallows: What the Internet is Doing to Our Brains argumentiert Carr, dass das kontinuierliche Lesen am Bildschirm unsere neuronalen Vernetzungen dergestalt verändert, dass nicht nur ein in die Tiefe gehendes Lesen (‘deep reading’), sondern auch eine profunde kognitive Auseinandersetzung mit Texten (‘deep thinking’) verunmöglicht wird.  zurück
  9. Quantitative Methoden in der Literaturwissenschaft können bis zu dem englischen Mathematiker Augustus de Morgan zurückverfolgt werden, der für die quantitative Linguistik eine wichtige Rolle spielte: Er entwickelte die Idee, dass man das Problem der Identifizierung anonymer Autoren mit statistischen Mitteln lösen könne. So schlug er vor, das Problem der Autorschaft der Paulus-Briefe mit Hilfe von Wortlängenanalysen anzugehen, und vermutete, dass die durchschnittliche Wortlänge aufschlussreich sein könne. Ab dem neunzehnten Jahrhundert wurden Untersuchungen zum Sprachstil mit Mitteln der Statistik unter dem Begriff ‘Stilometrie’ eingeführt. Der Begriff wurde von Wincenty Lutosławski geprägt. In der französischen Linguistik wird stylométrie auch programmatisch zur Abgrenzung von der quantitativen Stilistik (stylistique quantitative) eingesetzt: So verwendet der französische Philosoph und Germanist Jean-Marie Zemb den Begriff, um damit die Vorstellung zurückzuweisen, es gebe einen grundsätzlichen Gegensatz zwischen Quantität und Qualität. Als besonderes Darstellungsmittel schlägt er Stilogramme (stylogrammes) vor, graphische Darstellungen stilistischer Eigenschaften, die den Unterschied zwischen Autoren oder Werken veranschaulichen.  zurück
  10. Der Begriff ‘Culturomics’ ist eine amerikanische Wortschöpfung, die 2010 von den Harvard-Forschern Jean-Baptiste Michel und Erez Lieberman Aiden und weiteren AutorInnen im Aufsatz „Quantitative analysis of culture using millions of digitized books“ geprägt wurde. ‘Culturomics’ bezeichnet eine Form der ‘computational lexicology’, die menschliches Verhalten und kulturelle Trends anhand quantitativer Analysen digitalisierter Texte studiert. Bücher sind dabei erst der Anfang; Zeitungen, Manuskripte, Karten, Grafiken und eine Vielzahl anderer menschlicher Artefakte müssten erfasst und mitberücksichtigt werden. Michel et al. schreiben: “Culturomic results are a new type of evidence in the humanities. As with fossils of ancient creatures, the challenge of culturomics lies in the interpretation of this evidence.”  zurück
  11. Vgl. Kelleter, Frank: „A Tale of Two Natures: Worried Reflections on the Study of Literature and Culture in an Age of Neuroscience and Neo-Darwinism“. Journal of Literary Theory Vol.1. Nr. 1 (2007), S. 153-189. Kelleter verweist auf “analytische Trugschlüsse” dieser Zugänge. Kognitive Poetik und literarischer Darwinismus sind ein nur begrenzt geeignetes Verfahren, um mit Zahlen und naturwissenschaftlichen Analysemethoden menschliche Artefakte, die immer in einer sozialen und kulturellen Welt verankert sind, zu analysieren.  zurück
  12. “The great unread mass must be studied in order to see macroevolutionary patterns in literarg history” (x). Dies wird, zumindest im anglophonen Raum, seit den 80er Jahren auf breiter Ebene praktiziert, wenn auch nicht mit quantitativen Methoden.  zurück
  13. Vgl. Börsenverein des deutschen Buchhandels: http://www.boersenverein.de/de/220442 (Stand 9.4.13).  zurück
  14. Moretti, Franco: “Conjectures on World Literature” In: New Left Review 1 (2000), S. 54-68, hier S. 57. Marc Bloch: “Pour une histoire comparée des sociétés européennes” Revue de synthèse historique, 1928  zurück
  15. Vgl. Stephen Ramsay, Reading Machines. Toward an Algorithmic Criticism. Urbana: University of Illinois Press, 2011.  zurück
  16. Vgl. Hughes JM, Foti NJ, Krakauer DC, Rockmore DN (2012). “Quantitative Patterns of Stylistic Influence in the Evolution of Literature”. Proceedings of the National Academy USA 109: 7682–7686. Unser Beispiel beruht auf dieser Studie, welche sich auf der Suche nach einem “Stil der Zeit” mit der Vorkommenshäufigkeit von 307 ‘content-free words’ beschäftigt, um Rückschlüsse auf stilistische Einflüsse auf die literarische Evolution zu ziehen.  zurück
  17. Hier müsste wohl dem Unbewussten mehr Beachtung geschenkt werden. So fragt beispielsweise Steve Berlin Johnson in seinem Beitrag zur Diskussion Reading Graphs, Maps, Trees. Responses to Franco Moretti: “So my question for Moretti is: how does this happen? How is the reader influenced by formal properties without being fully conscious of the influence?” (83). Vgl. Auch Kritik und Komentar, die später in diesem Aufsatz folgen.  zurück
  18. Moretti, Franco. “Conjectures on World Literature.” New Left Review 1 (2000), S. 54-68, hier S. 57.  zurück
  19. “CommentPress Core” http://wordpress.org/plugins/commentpress-core/ 03.06.13  zurück
  20. Doris Lessing’s The Golden Notebook. http://thegoldennotebook.org/ 03.06.13  zurück
  21. Zur Kanondebatte, siehe John Guillorys Standardwerk Cultural Capital: The Problem of Literary Canon Formation. Chicago: University of Chicago Press, 1993.  zurück
  22. Šklovskij, Viktor. “Iskusstvo kak priem / Die Kunst als Verfahren.” Texte der Russischen Formalisten. Hrsg. Max Imdahl et al. Bd. 1. München: Wilhelm Fink, 1969. 2-35. Print.  zurück
  23. Martina Lauster. “Walter Benjamin’s Myth of the “Flâneur”“ in: The Modern Language Review , Vol. 102, No. 1 (Jan., 2007), pp. 139-156.  zurück
  24. In Onlinezeitungen ist vermehrt zu beobachten, dass die komprimierte, sofort erfassbare Information gegenüber der Entwicklung von Argumenten und dem Aufzeigen von Zusammenhängen privilegiert wird. Ein Extremfall ist die Westfälische Rundschau, welche seit 2013 gänzlich ohne Journalisten arbeitet und Berichte aus anderen Blättern druckt. Siehe Kilian Trotter, “Westfälische Rundschau: eingespart.” Die Zeit, 2. September 2013. http://www.zeit.de/2013/36/zeitungssterben-journalismus-westfaelische-rundschau (Stand 27. November 2013).  zurück
  25. Habermas, Jürgen. Theorie des kommunikativen Handelns. (Bd.1: Handlungsrationalität und gesellschaftliche Rationalisierung, Bd. 2: Zur Kritik der funktionalistischen Vernunft), Frankfurt a. M.: Suhrkamp Verlag, 1981  zurück
  26. Mit Ausnahme der Administratoren, welche als sogenannte Gatekeeper fungieren können, dabei jedoch keine kommentierende, sondern rein administrativ-regulierende Funktion haben.  zurück
  27. Horkheimer, Max / Adorno, Theodor W., Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente. Frankfurt a. M.: Fischer 1969. S. 128 – 176.  zurück
  28. Adorno, Theodor W., Ästhetische Theorie, hg. von Gretel Adorno und Rolf Tiedemann, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 192012 (1970). S. 190, 291, 363.  zurück
  29. Hans-Dieter Gondek, “Strukturalismus.” Artikel in: Hans Jörg Sandkühler (Hrsg.), Enzyklopädie Philosophie, Bd. 2, Hamburg 1999, S. 1542.  zurück
  30. Vgl. dazu beispielsweise Kurz, Constanze/ Rieger Frank. “Die Datenfresser: wie Internetfirmen und Staat sich unsere persönlichen Daten einverleiben und wie wir die Kontrolle darüber zurückerlangen.” Fischer- Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main: 2012. Insbesondere in Kapitel 4, “Die Datenprofiteure” geht es um die Nutzniesser und Datenfresser im WWW.  zurück
  31. Das Institute for the Future of the Book bezeichnet sich selbst als ein einen “Think-and-Do Tank“, in dem die Entwicklung von den gedruckten Seiten zu vernetzten Bildschirmen, sowie des intellektuellen Diskurs und wie er sich verschiebt, beobachtet und untersucht wird. Online unter: http://futureofthebook.org/ (Stand 12.9.2013)  zurück
  32. Roseberg, Florian von. „Habitus und Distinktion in Peergroups.“ Logos Verlag, Berlin 2008, S. 51.  zurück
  33. Bob Stein im Interview mit Matthew K. Gold: „Becoming Book-Like: Bob Stein and the Future of the Book“ In: Kairos: A Journal of Rhetoric, Technology, and Pedagogy, Issue 15.2, Spring 2011. Online unter: http://kairos.technorhetoric.net/15.2/interviews/ (Stand 11.9.2013).  zurück
  34. Wie genau Google die Anzahl der Bücher auf der Welt berechnet hat, wird ausführlich im Google-Books-Blog beschrieben: http://booksearch.blogspot.ch/2010/08/books-of-world-stand-up-and-be-counted.html (Stand 26.8.2012)  zurück
  35. Simanowski, Roberto, Web 2.0 und Phil. 1, In: „Uni Nova“, Nr. 121. 2013, S. 47-49. Online unter: http://www.unibas.ch/doc/doc_download.cfm?uuid=7E78160E9AE8F4E14BC5C6C0A395D641&&IRACER_A UTOLINK&& (Stand 18.7.2013)  zurück
  36. Neben klassischen Aufsätzen von Ransom, Brooks, Kenneth Burke, Murray Krieger und R. P. Blackmur finden sich in Lentricchia und DuBois’ Anthologie auch Texte des marxistischen Kulturtheoretikers Fredric Jameson, der New Historicists Catherine Gallagher und Stephen Greenblatt, der feministischen Denkerin Eve Kosofsky Sedgwick und des postkolonialen Theoretikers Homi K. Bhabha.  zurück
  37. Hier ist zuallererst die erste Ausgabe der von Paul Lauter herausgegebenen Heath Anthology of American Literature (1989) zu nennen, welche den Kanon der amerikanischen Literatur signifikant und wirkungsmächtig um die indianischen, afroamerikanischen, weiblichen und anderen Stimmen bereicherte, die bisher weitgehend ausgeschlossen blieben.  zurück

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